Gesundheits-Ökonom fordert: «Wenn es eng wird, gibt es keine Intensivbetten für Corona-Skeptiker»
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Gesundheits-Ökonom fordert«Wenn es eng wird, gibt es keine Intensivbetten für Corona-Skeptiker»

Wird das Gesundheitssystem überlastet, müssen Spitäler entscheiden, wen sie behandeln und wen nicht. Willy Oggier fordert, dass Corona-Skeptiker ihr Recht auf ein Intensiv-Bett verwirken.

von
Lucas Orellano
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«Ich schlage vor, dass Corona-Skeptiker ihr Recht auf ein Akutbett oder einen Intensivplatz verwirken, falls es zu Engpässen kommt», sagt Gesundheitsökonom Willy Oggier.

«Ich schlage vor, dass Corona-Skeptiker ihr Recht auf ein Akutbett oder einen Intensivplatz verwirken, falls es zu Engpässen kommt», sagt Gesundheitsökonom Willy Oggier.

Keystone
Menschen sollen die Verantwortung für ihr eigenes Handeln tragen.

Menschen sollen die Verantwortung für ihr eigenes Handeln tragen.

Keystone
Sollte das Schweizer Gesundheitssystem an die Grenzen stossen, würde eine Triage nötig.

Sollte das Schweizer Gesundheitssystem an die Grenzen stossen, würde eine Triage nötig.

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Darum gehts

  • Willy Oggier fordert, dass Corona-Skeptiker erfasst werden sollen.

  • Kommen sie in ein Spital mit einer Triage, sollen sie nicht behandelt werden.

  • «Wer Regeln mutwillig missachtet, soll die Verantwortung für sein Handeln tragen», so Oggier.

Was, wenn das Schweizer Gesundheitssystem an die Grenzen kommt, wie die Taskforce des Bundes zum Coronavirus seit Wochen warnt? Auf den Intensivstationen müsste eine Triage eingeführt werden, wo entschieden wird, wer behandelt werden kann und wer nicht. Doch nach welchen Standards soll die Triage durchgeführt werden.

Im Interview mit dem «Tages-Anzeiger» (Artikel hinter Bezahlschranke) bringt Gesundheitsökonom Willy Oggier, der verschiedene Spitäler in der Covid-Pandemie berät und unter anderem in Wien doziert, eine radikale Idee ins Spiel.

Handeln nach dem Verursacherprinzip

«Ich schlage vor, dass Corona-Skeptiker ihr Recht auf ein Akutbett oder einen Intensivplatz verwirken, falls es zu Engpässen kommt», so Oggier. Es sei ganz einfach: «Wer angezeigt wird, weil er die Abstands- und Hygieneregeln mutwillig missachtet, soll die Verantwortung für sein Handeln tragen. Ich schlage vor, dass diese Personen namentlich erfasst werden und im Zweifelsfall kein Intensivbett erhalten. Ganz nach dem Verursacherprinzip.»

Vorbild China?

Den Einwand, das höre sich nach Überwachungsstaat nach chinesischem Vorbild an, will Oggier nicht gelten lassen. «Nein, es geht mir ja nicht darum, Punkte für soziales Verhalten zu vergeben. Ich spreche lediglich von den Engpass-Situationen. Stossen die Spitäler an ihre Grenzen, kommen die Mediziner nicht darum herum, zu entscheiden, wem sie das letzte Bett geben. Ich finde es fairer, wenn der selbst ernannte Corona-Rebell das Nachsehen hat, als wenn es einfach den ältesten Patienten im Raum trifft.»

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Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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