Dodo muss zügeln: «Wenn ich nicht Gas gebe, sitze ich auf der Strasse»

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Dodo muss zügeln«Wenn ich nicht Gas gebe, sitze ich auf der Strasse»

Das Datum war lange unklar, nun ist der Brief mit dem definitiven Bescheid da: Am 31. März muss Musiker Dodo sein Hit-Studio verlassen. Eine neue Bleibe hat er noch nicht.

von
shy

Dodo ist für jeden Tipp für eine neue Studio-Bleibe dankbar. Inputs und Ideen leiten wir dem Musiker gerne weiter: people@20minuten.ch – oder unten in den Kommentaren. <i>(Video: Dodo)</i>

Er wusste schon lange, dass er irgendwann rausmuss. Und letztes Jahr, als er mit dem Album «Pfingstweid» einen Abgesang auf seine Homebase bei der Zürcher Hardbrücke ablieferte, rechnete er bereits damit, dass irgendwann 2018 Schluss ist. Nun ist der definitive Bescheid gekommen: Am 31. März muss Dodo sein Success Club Studio verlassen. Das Gebäude wird abgerissen.

«Es ist schon nicht so geil, es nun schwarz auf weiss zu sehen», gibt der Musiker, Produzent und Hitschreiber zu, «dadurch wird mir bewusst, dass ich jetzt so richtig Gas geben muss, sonst sitze ich bald auf der Strasse.» Noch sucht der 35-Jährige nämlich nach einer neuen Bleibe für sich, sein Equipment und seine Studio-Mitbewohner Dabu Fantastic.

«Die Zeit hier hat mich geprägt»

«Wir sind seit etwa zwei Jahren dran, haben schon wirklich coole Orte angeschaut, sogar die Stadt Zürich hat uns dabei unterstützt und unsere Facebook-Community hat uns Location-Tipps gegeben», so Dodo. Aber überall habe es etwas gegeben, was nicht gestimmt habe: «Entweder war der Preis zu hoch, es hatte Schimmel, empfindliche Nachbarn oder der Anfahrtsweg war unpraktisch.»

Selbst wenn Dodo bis Ende März die perfekte neue Bleibe gefunden hat: Es wird nicht mehr wie im jetzigen Studio sein. «Ich bin seit sieben Jahren hier drin und seit 16 Jahren auf dem Welti-Furrer-Areal. Diese Zeit hat mich schon geprägt», erzählt er, «der kleine Dodo kam hierher und wollte von der Musik leben – und nun kann er das auch.»

«Hardbrugg» mit Rita Roof ist der Quasi-Titeltrack von Dodos Album «Pfingstweid» und seine Studio-Auszugs-Hymne. (Quelle: Youtube/DodoVEVO)

Charme wie ein gallisches Dorf

Der Charme des Studios werde ihm fehlen, meint Dodo: «Ich vergleiche es gern mit dem gallischen Dorf inmitten des Römischen Reichs – inmitten dieser auf Hochglanz polierten Finanzwelt, die im Laufe der Jahre hier entstanden ist. Diese Durchmischung war sehr inspirierend.»

Vermissen wird er auch den Standort direkt neben der Hardbrücke im Kreis 5. Da sei alles so schön nah gewesen: «Drei Minuten zum Fluss. Drei Minuten, um einen Falafel zu holen. Drei Minuten, bis du in einem Club, im Exil, bist. Und nur eine Minute, bis du im Zug sitzt.»

Eine Abrissparty zum Schluss

Bevor Dodo am 31. März den Schlüssel abgibt, wird der Abschied noch gebührend gefeiert. Noch bis Sonntag veranstaltet er Konzerte bei sich im Studio, insgesamt werden es dann 44 Studio-Shows gewesen sein. Er und Dabu Fantastic sitzen zudem im Komitee einer No-No-Billag-Kampagne und kümmern sich zurzeit zusammen mit vielen Schweizer Künstlern um deren Soundtrack.

«Und zum Schluss gibt es dann noch eine richtige Abrissparty», kündigt Dodo an, «aber vorher räume ich all mein Zeug raus.»

Im März beginnt die Tour zum Album «Pfingstweid» und im Mai spielt Dodo vier Spezial-Gigs mit vielen Musikern, die auch auf dem Album zu hören sind und mit denen er im Laufe der Jahre zusammengearbeitet hat – darunter Lo & Leduc, Nemo, Marc Sway, Rita Roof, Dabu Fantastic und De Luca. Infos gibt es auf der offiziellen Website.

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