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Einfach gut essen«Wenn ich weniger esse, fühle ich mich so müde»

Leserin Miriam möchte abnehmen. Doch sie fühlt sich dabei energielos und müde. «Finger weg von Extremen!», rät Diana Studerus.

von
seh
Manche Menschen essen weniger, weil sie abnehmen wollen. Doch fühlen sie sich dabei schlapp und antriebslos. Der Körper benötigt eine ausgewogene Ernährung  gerade auch während einer Diät.

Manche Menschen essen weniger, weil sie abnehmen wollen. Doch fühlen sie sich dabei schlapp und antriebslos. Der Körper benötigt eine ausgewogene Ernährung gerade auch während einer Diät.

Golero

Liebe Diana

Nach meinen zwei Kindern, das jüngere ist 15 Monate alt, habe ich immer noch zirka fünf Kilo mehr auf der Waage, als mir lieb ist. Jedes Mal, wenn ich merke, dass ich wohl eine negative Kalorienbilanz habe, fühle ich mich unglaublich müde. Dabei ernähre ich mich so ausgewogen, wie auch meine Kinder essen. Das hatte ich auch schon während des Stillens und als ich vor Jahren mal eine Diät hielt. Ist das normal?

Miriam (35)

Liebe Miriam

danke für deine Frage! Das was du da erlebst, ist nicht selten, wird aber wohl gern unter den Teppich gekehrt. Abnehmen und dabei nicht topfit sein – das passt irgendwie nicht ins Konzept!

Und doch ist es irgendwie (bio)logisch, dass, wenn du weniger Energie zuführst, dein Körper darauf reagiert. Ich will nicht zu weit ausholen, aber hier handelt es sich um ein Ungleichgewicht verschiedener Hormone, was dazu führt, dass du müde und weniger leistungsfähig bist. Bei manchen Menschen zeigt sich das insbesondere in der sportlichen Leistung. Es gibt leider nicht wirklich viel Forschung zum Ganzen, aber ich möchte dir dennoch kurz schildern, was ich meinen Patienten in der Situation rate:

Das Kaloriendefizit sollte nicht mehr als 500 kcal pro Tag betragen, das heisst: Gesamtenergiebedarf – 500 kcal! Mehr Kalorien sparen zu wollen ist meistens nicht nachhaltig und führt zu grösseren hormonellen Schwankungen, ist ergo nicht sinnvoll.

Keine Extreme bei Kohlenhydrat, Eiweiss und Fett! Da Low-Carb gerade im Trend ist, könnte es vielleicht sein, dass du etwas zu wenig Kohlenhydrate isst? Oftmals macht eine Portion mehr pro Tag (eine Portion entspricht einer Scheibe Brot, einem Brötchen oder einem Viertel-Teller Reis, Kartoffeln, Pasta usw.) schon einen merklichen Unterschied. Dasselbe gilt auch für Fett: Zu fettarm ist nicht ideal, auch hier lohnt es sich, die Menge in einem moderaten Mass anzusiedeln. Dass das auch bei Eiweiss so ist, muss ich wohl nicht weiter ausführen.

Ich schaue mir mit meinen Patienten meist die beiden Punkte an und schraube dann an der Kohlenhydrate-, Fett- und Eiweissmenge herum – das macht in der Regel einen spürbaren Unterschied. Und ergänzend ist es sehr wichtig, ausreichend zu trinken (30 ml/kg) sowie genügend Mineralstoffe und Spurenelemente zuzuführen. Mineralstoffe kannst du mit einem calcium- und magnesiumreichen Mineralwasser aufnehmen. Manchmal versuchen wir auch ein gut dosiertes Supplement, um die Zufuhr der Mikronährstoffe kurzfristig zu erhöhen, und schauen, was das bewirkt.

Ich hoffe, meine Antwort hilft dir weiter. Alles Gute für dich und deine Familie.

Diana

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Diana Studerus hat an der Berner Fachhochschule Ernährung und Diätetik studiert. Mit Ihrer Firma Food on Record berät sie zum Thema Ernährung. Was ihr besonders daran gefällt: Den Status quo infrage zu stellen und damit Möglichkeiten zu eröffnen, die Ernährung individuell, genussvoll und nachhaltig zu gestalten.

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