Geld oder Gold: Wenn im Brocki-Möbel ein Schatz versteckt ist
Aktualisiert

Geld oder GoldWenn im Brocki-Möbel ein Schatz versteckt ist

Goldstücke, Schmuck oder Geld – alte Möbelstücke haben es manchmal in sich. Damit man aber wirklich einen geheimen Schatz findet, braucht man eine grosse Portion Glück.

von
Deborah Onnis

Gebrauchte Gegenstände können echte Schätze enthalten. Dies konnten kürzlich drei amerikanische Studenten am eigenen Leib erfahren: In einer alten Couch, die sie bei der Heilsarmee für 20 Dollar gekauft hatten, entdeckten sie mehrere Geldcouverts mit insgesamt 40'000 Dollar.

Auch in der Schweiz werden gelegentlich verborgene Kostbarkeiten in Antiquitäten entdeckt. Manchmal vom Verkäufer, manchmal sogar erst vom Käufer.«Wenn man 33 Jahren nie etwas gefunden hat, durchsucht man nicht mehr jedes Stück so genau», sagt der 70-jährige Josef Ruckstuhl, Inhaber des Brockenhauses Sursee. Noch jetzt ärgert er sich, dass ihm kürzlich einige Kostbarkeiten durch die Lappen gingen. Etwa 11'000 Franken seien in einem Nachttisch gewesen, den er einem Kunden verkauft habe.

«Der letzte Besitzer meldete sich kurz darauf, aber der Nachttisch war dann schon weg.» Niemand konnte aber beweisen, dass im verkauften Möbelstück Geld versteckt war. «Der Käufer meldete den Fund auch nie.» Trotzdem ist sich Ruckstuhl sicher, dass der letzte Besitzer nicht log.

Ein anderes Mal soll ein anderer Kunde noch im Laden Goldschmuck in einem Möbel gefunden haben. «Gekauft hat er das Stück nicht, aber den Schmuck liess er mitgehen.» Seine Frau habe den Dieb beobachtet, aber nicht schnell genug reagiert, um ihn zu erwischen. Leider werde in Brockistuben oft gestohlen, sagt Ruckstuhl.

Liebesbriefe und Schatzkarten

Auch Peter Isenschmid vom Brockishop in Dozwil TG stiess in seinem Laden auf einen versteckten Schatz: «In einem alten Nachttisch aus den 30er-Jahren entdeckte ein Kunde im Laden einzelne Goldstücke.» Dieser war aber so nett, dass er den Verkäufer darauf aufmerksam machte. «Wir schenkten dem Kunden das Möbelstück. Den Erlös aus den Goldstücken gaben wir dem Blauen Kreuz weiter.»

In alten Möbelstücken echte kostbaren Schätze zu finden, ist laut einigen Brockenhaus-Inhabern eher eine Seltenheit. Oft geben Antiquitäten zwar mehr als nur Staub her, dennoch handelt es sich dabei häufig um weniger wertvolle Dinge. «Häufig sind es alte Briefe oder sonstiger Papierkram», so Paolo Oliveiro vom Brockenhaus Remar in Schwerzenbach ZH. «Manchmal können diese weiterverwertet werden und wenn nicht, werden sie entsorgt.»

Dies geschah auch mit Liebesbriefen und einer markierten Landkarte, die ein Berner Brockenhaus in einem versteckten Fach eines Sekretärs aus dem 19. Jahrhundert gefunden hatte: «Wir haben sie eine Zeitlang bestaunt, aber da sie niemand kaufen wollte, wurden sie schliesslich entsorgt.»

Haben Sie schon einmal in einem Secondhand-Möbel einen Schatz gefunden? Erzählen Sie Ihre Geschichte im Kommentarfeld.

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