Männer auf Onlyfans - «Wenn jemand dafür bezahlt, uns beim Sex zu sehen, ist es umso geiler»
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Männer auf Onlyfans«Wenn jemand dafür bezahlt, uns beim Sex zu sehen, ist es umso geiler»

Egal ob Nudes oder Sex-Videos: Auf Onlyfans zeigen nicht nur Frauen, sondern auch immer mehr Männer, was sie haben. Drei Leser erzählen von ihrem heimlichen Nebenverdienst.

von
Deborah Gonzalez
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Immer mehr Männer erstellen sich einen Onlyfans-Account, um dort ihre Nacktbilder und -videos zu verkaufen.

Immer mehr Männer erstellen sich einen Onlyfans-Account, um dort ihre Nacktbilder und -videos zu verkaufen.

Pexels
Onlyfans funktioniert wie Instagram, nur bezahlen die Nutzer, um den meist erotischen Content zu sehen.

Onlyfans funktioniert wie Instagram, nur bezahlen die Nutzer, um den meist erotischen Content zu sehen.

Wikimedia
Der gelernte Metzger Raphael* (30) hatte einen guten Grund, einen Onlyfans-Account zu eröffnen: «Ich will mich von der Konkurrenz abheben und provoziere gerne.»

Der gelernte Metzger Raphael* (30) hatte einen guten Grund, einen Onlyfans-Account zu eröffnen: «Ich will mich von der Konkurrenz abheben und provoziere gerne.»

Privat

Darum gehts

  • Immer mehr Männer eröffnen einen Onlyfans-Account.

  • Auf Bildern und Videos lassen die Männer die Hüllen fallen – und kassieren dafür Geld.

  • Drei 20-Minuten-Leser erzählen, wieso sie sich einen Account eröffnet haben und wie viel Geld sie damit verdienen.

  • Männer wollen ihre hart erarbeiteten Bodys gerne in Szene setzen und damit Geld verdienen, so eine Sexualberaterin.

  • Ausserdem seien Frauen immer mehr bereit, für erotischen Content Geld auszugeben.

Längst vorbei ist die Zeit, als sich vor allem Promis, Fetischisten und Fetischistinnen sowie Sexarbeiter und Sexarbeiterinnen auf Onlyfans tummelten. Seit der Corona-Krise setzen auch Chemielaborantinnen, Pflegerinnen und Studentinnen auf die Bezahl-Plattform. Doch nicht nur Frauen wollen sich damit einen Zustupf verdienen. In den letzten Monaten entdeckten auch immer mehr Männer die Vorzüge von Onlyfans.

Gleich mehrere Männer aus der 20-Minuten-Community setzen auf die Plattform, um sich zu präsentieren und gleichzeitig etwas dazuzuverdienen. Drei Leser erzählen, weshalb sie sich dazu entschieden haben, ihre Nacktbilder und -videos online zu verkaufen.

«In einem guten Monat verdiene ich bis zu 3500 Franken»

Mit Onlyfans verdient Raphael* (30) gutes Geld: «Am Anfang habe ich etwa 300 Franken pro Monat verdient. Mittlerweile sind es in einem guten Monat bis zu 3500 Franken.»

Mit Onlyfans verdient Raphael* (30) gutes Geld: «Am Anfang habe ich etwa 300 Franken pro Monat verdient. Mittlerweile sind es in einem guten Monat bis zu 3500 Franken.»

Privat

Da der gelernte Metzger Raphael* (30) durch Corona viel Freizeit, aber wenig Geld hatte, entschied er sich, einen Onlyfans-Account zu eröffnen: «Es gibt nicht viele Schweizer Männer, die das machen. Ich will mich von der Konkurrenz abheben und provoziere gerne. Meine Sexfilme drehe ich mit Frauen – das kommt an, denn die Plattform lebt von männlichen Abonnenten. Ich glaube nicht, dass ich mit simplen Nacktbildern von mir allein viel verdienen würde.

Auf meinem Profil geht es auch mal etwas härter zu. Der entscheidende Unterschied zu den gängigen Pornoseiten: Bei mir hat die Frau ein Mitspracherecht. Ich entscheide nicht alleine, welche Handlungen wir vor der Kamera vollziehen – das wird von meinen Followern sehr geschätzt. Am Anfang habe ich etwa 300 Franken pro Monat verdient. Mittlerweile sind es in einem guten Monat bis zu 3500 Franken.»

«Wir wollen zeigen, wie leidenschaftlicher Sex geht»

Als «Jorisa» teilen Markus* (32) und seine Freundin Georgina* (28) sexy Fotos und Videos auf Onlyfans.

Als «Jorisa» teilen Markus* (32) und seine Freundin Georgina* (28) sexy Fotos und Videos auf Onlyfans.

Privat

Ähnlich handhabt es auch Markus*. Der 32-Jährige arbeitet hauptberuflich als Architekt und lebt in Zürich. Zusammen mit seiner Freundin Georgina* (28), lädt er regelmässig Nacktbilder und -videos auf Onlyfans: «Unter dem Pseudonym «Jorisa» wollen wir zeigen, wie leidenschaftlicher Sex geht und wie man gemeinsam Lust empfinden kann. Wir führen eine offene Beziehung und pflegen einen lockeren Umgang in Sachen Sexualität. Wir experimentieren gerne herum und wenn jemand dafür bezahlt, ist es doch umso geiler.

Anfang des Jahres hatte ich dann die Idee mit Onlyfans und wir haben unseren Account eröffnet. Dort posten wir erotische Bilder, aber auch selbstgedrehte Pornos und zeigen alles – ausser unsere Gesichter. Da die Zeit knapp ist, sind meine Freundin und ich nur Hobby-Creator. Bis jetzt haben wir zehn Beiträge gepostet, was auf der Plattform im Vergleich wenig ist. Trotzdem konnten wir uns schon einen kleinen Followerkreis aufbauen. Momentan verdienen wir um die 250 Franken pro Monat dazu.»

«Der kleine Zustupf von Onlyfans hilft mir sehr»

Der 22-jährige Alex* deckt auf Onlyfans eine andere Nische ab: Furyfandom-Fetisch. In seinen Videos trägt er einen Ganzkörperanzug.

Der 22-jährige Alex* deckt auf Onlyfans eine andere Nische ab: Furyfandom-Fetisch. In seinen Videos trägt er einen Ganzkörperanzug.

Privat

Der 22-jährige Alex* deckt als User lucer_cinnamon eine andere Nische auf Onlyfans ab: Fetisch. Der Berner hat einen sogenannten Furyfandom-Account. In seinen Videos trägt er einen plüschigen Ganzkörperanzug mit einem Tierkopf mit menschlichen Zügen. Da der Anzug dort, wo die Geschlechtsteile sind, eine Öffnung hat, kann er damit auch sexuelle Handlungen vollziehen.

«Durch Corona habe ich als Koch keine regelmässigen Einnahmen mehr. Bereits zuvor hatte ich mir auf kostenlosen Plattformen mit meinen Verkleidungen einen Namen gemacht, also war der Schritt zu Onlyfans eine kleine Hürde. In meinen Videos sieht man mich alleine oder mit anderen Männern zusammen. Aber ich würde gern einmal mit Frauen Content produzieren, doch bis jetzt habe ich noch niemanden dafür gefunden. Momentan verdiene ich durch meinen Account nur etwa 100 Franken pro Monat, aber auch der kleine Zustupf hilft mir sehr.»

*Namen geändert

«Männer wollen ihre hart trainierten Körper zeigen»

Bettina Disler ist Paar- und Sexualberaterin. Sie hat eine Praxis in Zürich.

Bettina Disler ist Paar- und Sexualberaterin. Sie hat eine Praxis in Zürich.

Jannis Hafner

Frau Disler, wieso eröffnen immer mehr Männer einen Onlyfans-Account?

Viele Männer arbeiten hart an ihrem Körper und Onlyfans ist wie eine Belohnung – es ist eine Bühne, auf der sie sich zeigen können. Einige haben gemerkt, dass das Interesse an ihren Nacktbildern und -videos da ist und dass sie damit gutes Geld verdienen können.

Viele Männer gehen aufs Ganze und zeigen alles. Fällt es ihnen leichter, sich komplett nackt zu zeigen?

Onlyfans ist ein Spiel. Durch die Konkurrenz auf der Plattform wird man indirekt herausgefordert und macht ständig neue Erfahrungen, indem man noch ein Stück weitergeht als die anderen. Ob es den Männern wirklich leichter fällt, kann ich so pauschal nicht sagen. Die Wünsche der Fans geben die Richtung vor: Das, was sie sehen wollen, wird angeboten.

Was halten Sie von der Plattform?

Die eigenen Fantasien anonym auszuleben fällt vielen leichter – das ist mitunter auch ein Grund, weshalb Onlyfans so beliebt ist. Dazu kommt, dass immer mehr Frauen bereit sind, für erotische Inhalte zu bezahlen, weil sie selbst bestimmen wollen, mit wem sie ihre intimen Fantasien teilen. Onlyfans macht es möglich, sexuelle Erlebnisse zu haben, die es so im echten Leben vielleicht nicht gäbe – vor allem in Zeiten von Corona.

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