Basel – «Wenn jemand vor dem Haus gestanden hätte – die Person wäre jetzt tot»

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Basel«Wenn jemand vor dem Haus gestanden hätte – die Person wäre jetzt tot»

Nach einer Sprengstoff-Attacke auf eine Villa im Basler Bruderholzquartier ermittelt die Bundesanwaltschaft. Klar ist inzwischen, dass der Täter einen Komplizen hatte.

von
Vanessa Travasci
Lukas Hausendorf
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Vor dem Hauseingang wurde ein Sprengkörper platziert. Die Explosion war so massiv, dass sie als lebensgefährlich eingestuft worden sei. 

Vor dem Hauseingang wurde ein Sprengkörper platziert. Die Explosion war so massiv, dass sie als lebensgefährlich eingestuft worden sei. 

20min/Vanessa Travasci
Die Villa wurde erheblich beschädigt, wie die Kriminalpolizei meldet. Fenster und Türen wurden eingedrückt. 

Die Villa wurde erheblich beschädigt, wie die Kriminalpolizei meldet. Fenster und Türen wurden eingedrückt. 

20min/Vanessa Travasci
Die Bundesanwaltschaft ermittelt derzeit in diesem Fall. Der Hausbesitzer zeigt sich ratlos, was der Grund für die Tat sein könnte. 

Die Bundesanwaltschaft ermittelt derzeit in diesem Fall. Der Hausbesitzer zeigt sich ratlos, was der Grund für die Tat sein könnte. 

20min/Vanessa Travasci

Darum gehts

Um vier Uhr morgens riss die Explosion das ganze Quartier aus dem Schlaf. Die Detonation vor der Villa an der Fäschengasse auf dem noblen Basler Bruderholzhügel zerbarst alle Fenster an der Nordwestfassade der Liegenschaft. «Wenn jemand vor dem Haus gestanden hätte, die Person wäre jetzt tot», soll ein Bundespolizist dem Hausbesitzer gesagt haben, wie dieser 20 Minuten erzählt. Die Basler Staatsanwaltschaft sprach in ihrer Mitteilung später am Vormittag von grossem Sachschaden, inzwischen ermittelt die Bundesanwaltschaft.

Diese äusserte sich auch einen Tag nach der Sprengstoff-Attacke nicht weiter zum Fall. Im Fokus steht unter anderem der Tatbestand der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht nach Artikel 224 des Strafgesetzbuches. Die Ermittler haben die Aufzeichnungen der Videoüberwachung der Villa sichergestellt. Der Besitzer hat diese aber zuvor gesichtet. Demnach sind darauf zwei Personen zu sehen. Eine Person platziert den Sprengsatz nahe dem Hauseingang und läuft dann mit ihrer Begleitung vom Geschehen weg, ehe es zur Detonation kommt.

Werden die Bruderholz-Bomber erwischt, droht ihnen eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr, wenn Artikel 224 erfüllt ist.

Ermittler rätseln über Motiv

Das Motiv der Täterschaft ist weiterhin unklar. «Es ist noch kein Bekennerschreiben aufgetaucht», sagt der Besitzer. Die Bundespolizei habe ihn gefragt, ob er etwas mit Tieren am Hut habe. Vermuteten sie wohl, dass militante Tierschützer den wohlhabenden Rentner ins Visier genommen hatten? Das könne er ausschliessen. Sein Unternehmen vertreibt überhaupt keine tierischen Produkte. Er habe auch keine Feinde, betont er. «Vielleicht hat sich die Täterschaft in der Adresse vertan?», spekuliert er. Oder wollten die Täter einfach Reiche erschrecken? «Es ist bekannt, dass hier viele Leute leben, die viele Steuern zahlen.»

Personen mit sachdienlichen Hinweisen werden gebeten, sich bei der Staatsanwaltschaft (061 267 71 11) oder der nächsten Polizeiwache zu melden.

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