«Wenn Ledergerber lügt, muss er zurücktreten»

Aktualisiert

«Wenn Ledergerber lügt, muss er zurücktreten»

«Ledergerber lügt!», titelte am vergangenen Wochenende die SonntagsZeitung in ihrem Bericht über die grosszügige Abgangsentschädigung des kaufmännischen Direktors des Schauspielhauses durch den Zürcher Stadtpräsidenten. Politiker fordern jetzt Ledergerbers Rücktritt.

«Wenn die Berichte in der SonntagsZeitung stimmen - wenn also Elmar Ledergerber tatsächlich gelogen hat - dann muss er nicht nur als Verwaltungsratspräsident zurücktreten, sondern auch als Stadtpräsident», fordert SVP-Gemeinderat Roger Liebi. Es würde bedeuten, dass er über die Subventionsgelder für das Schauspielhaus und damit über die Steuergelder der Zürcher Bevölkerung ohne Rücksprache verfügen würde. Noch will SVP-Gemeinderat Liebi eine lückenlose Aufklärung der erhobenen Vorwürfe abwarten, aber wenn sich die Vorwürfe erhärten, ist für Liebi klar: «Seine Vertrauenswürdigkeit als Stadtrat wäre am Boden».

Die Berichte über die Abgangsentschädigung von knapp 200 000 Franken an den ehemaligen Kaufmännischen Direktor des Schauspielhauses, Marc Baumann, bringen Stadtpräsident Elmar Ledergerber (SP) damit jetzt auch offiziell in Bedrängnis.

An den beiden vergangenen Wochenenden veröffentlichte die «SonntagsZeitung» (SZ) brisante Details aus der Abfindungsregelung des Kaufmännischen Direktors des Zürcher Schauspielhauses, eines guten Bekannten und ehemaligen Mitarbeiters von Ledergerber. Die SZ zitierte aus Sitzungsprotokollen des Schauspielhaus-Verwaltungsrates.

Laut Sonntagszeitung hat Ledergerber seinem ehemaligen Departementssekretär Baumann die Entschädigung eigenmächtig «zugeschanzt». Ledergerber wird unverblümt als Lügner bezeichnet. Der Stadtpräsident habe mit Baumann die umstrittene Entschädigung ausgehandelt, ohne den Verwaltungsrat (VR) zu informieren. Ledergerber habe gar die erste Tranche von 115 000 Franken «an der AHV vorbei» ausbezahlt.

Ledergeber selbst bezeichnete die Ausführungen der SonntagsZeitung in wesentlichen Punkten als «falsch und ehrverletzend». Ledergerber behielt sich rechtliche Schritte gegen die SZ und auch gegen jene Personen vor, die die Protokolle veröffentlichten.

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