Kryptowährung auf Rekordjagd: Wie der Bitcoin funktioniert – und was den Kurs treibt
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Kryptowährung auf RekordjagdWie der Bitcoin funktioniert – und was den Kurs treibt

Der US-Elektroautobauer Tesla will 1,5 Milliarden Dollar in die Kryptowährung investieren, deren Kurs nach dieser Ankündigung erneut einen Sprung hinlegt. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum neuen Bitcoin-Höhenflug.

von
Dominic Benz
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Nach der Ankündigung von Tesla am 8. Februar legte der Bitcoin-Kurs erneut einen Sprung hin.

Nach der Ankündigung von Tesla am 8. Februar legte der Bitcoin-Kurs erneut einen Sprung hin.

REUTERS
Bitcoin ist derzeit kaum zu bremsen.

Bitcoin ist derzeit kaum zu bremsen.

20 Minuten / Marco Zangger
Die Kryptowährung eilt schon seit einiger Zeit von Rekord zu Rekord.

Die Kryptowährung eilt schon seit einiger Zeit von Rekord zu Rekord.

20 Minuten / Marco Zangger

Darum gehts

  • Der US-Elektroautobauer Tesla investiert 1,5 Milliarden Dollar in Bitcoin.

  • Dies lässt den Wert der Kryptowährung weiter ansteigen.

  • Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Kryptowährung im Höhenflug: Der Bitcoin hat nach der Investitionsankündigung des US-Elektroautobauers Tesla von Elon Musk weiter zugelegt. Manche Analysten halten noch weitere Kursgewinne für möglich – Wetten auf die digitalen Münzen bleiben aber riskant.

Warum investiert Tesla in Bitcoin?

Mit Bitcoin will Tesla Geld verdienen, sagt Daniel Diemers, Blockchain-Experte und Co-Gründer der Technologiefirma SNGLR Group in Zug: «Der Einstieg von Tesla ist daher sehr spekulativ.» Zudem habe Tesla-Chef Elon Musk in der Vergangenheit nie einen Hehl daraus gemacht, dass er ein Fan von Kryptowährungen sei. Wie andere Grossfirmen müsse auch Tesla einen Teil seiner Cash-Reserven irgendwo anlegen. Wegen den tiefen Zinsen seien Anleihen wenig attraktiv. Eine Möglichkeit seien Aktien – oder eben Bitcoin. Musk könnte daher die Bitcoins auch schnell wieder verkaufen, um Gewinne einzustreichen.

Soll ich jetzt einsteigen oder verkaufen?

Eine Investition in Bitcoin birgt hohe Risiken. Der Kurs schwankt täglich meist sehr stark. Für Diemers ist klar: «Wenn man aufs Geld angewiesen ist, würde ich jetzt verkaufen», sagt der Blockchain-Experte. Wenn man es sich aber leisten könne, dann könne man jetzt die Entwicklung weiter verfolgen und seine Bitcoins halten. Diemers empfiehlt Kleinanlegern mit kurzem Anlagehorizont nicht, jetzt noch einzusteigen. «Je höher der Kurs steigt, desto höher ist das Risiko von Rücksetzern, da die Anleger Gewinne mitnehmen wollen.» Denn wer jetzt Bitcoins kaufe, halte diese für gewöhnlich nicht über Jahr. «Man will hier kurzfristig Gewinne machen», so der Experte.

Wie gehts mit dem Kurs weiter?

Laut Diemers steigen immer mehr Institutionen in die Kryptowährung ein. Tesla ist nun das aktuellste Beispiel. Dieser Trend komme vor allem aus den USA und dürfte anhalten. Bereits haben grosse und renommierte Universitäten in Bitcoin investiert. Auch Banken könnten folgen. «Denn für diese wird es immer schwieriger, bei Kryptowährungen nicht mitzumachen.» Diemers geht daher davon aus, dass die Nachfrage der institutionellen Anleger den Kurs in den nächsten Monaten weiter nach oben treiben wird. «Wenn Musk kauft, dann hat das grosse Signalwirkung.»

Mit Tesla hat erst die zweite Firma über eine Milliarde Dollar in Bitcoin investiert. Die erste war die US-Softwarefirma Microstrategy. Allerdings sei es gefährlich, wenn einzelne Leute wie Musk so viel Macht hätten. Damit treibt er die Kurse. Umgekehrt werden es die Kleinanleger auch spüren, wenn Musk wieder verkauft. «Als Kleinanleger ist man diesen Schwankungen gnadenlos ausgesetzt.»

Das ist ein Bitcoin

Erstmals skizziert wird der Bitcoin in einem am 31. Oktober 2008 unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto veröffentlichten Papier – nur kurz nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers, der damals die Unsicherheit im Finanzsystem massiv verschärft und damit die globale Finanz- und Wirtschaftskrise befeuert. Wer hinter dem Pseudonym steht, ist noch immer ein Mysterium. Hinter dem Bitcoin steckt die Idee einer Währung, die unabhängig von Staaten, Zentralbanken und der Geldpolitik existiert. Anders als klassische Währungen werden digitale Zahlungsmittel nicht von einer zentralen Stelle kontrolliert, auch Buchungen müssen nicht von einer zentralen Stelle bestätigt werden.

Wie kommen Nutzer an das digitale Geld?

Alle Bitcoin-Zahlungen und Transaktionen erfolgen via Internet. Bitcoins können per «Mining» hergestellt, gekauft und verkauft, also in reale Währungen umgetauscht werden. Das Bitcoin-Schürfen wird allerdings inzwischen weitgehend von professionellen Akteuren dominiert, die dafür – möglichst in Ländern mit geringen Stromkosten – spezielle Hardware einsetzen. Für Privatnutzer lohnt sich das «Mining» beim Bitcoin kaum noch.

Wie hat sich der Wert des Bitcoin entwickelt?

Der erste Block von 50 Bitcoins, der sogenannte «Genesis-Block», entsteht im Januar 2009. Zehn Monate später, am 5. Oktober 2009, wird erstmals der Wert basierend auf den Herstellungskosten abgeleitet: Ein Bitcoin ist damals 0,00076 Dollar wert. Legendär ist auch die Geschichte, dass ein Entwickler in Florida am 22. Mai 2010 einen Pizzaboten davon überzeugt, ihm für 10’000 Bitcoins zwei Pizzas zu überlassen. 2013 durchbricht die Kryptowährung erstmals die 1000-Dollar-Marke.

Mit Material der AFP

Deine Meinung

793 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

FOMO

09.02.2021, 17:38

Elon verkauft nicht.

FrageAnDieExperten

09.02.2021, 17:08

An die BTCHODLR's: - Habt ihr keine Angst von quanten attacks? - Wie steht ihr zur Gefahr der Quant-Signatur? (DIE Knacknuss für BTC) Wäre dankbar um eine anregende Diskussion

LosorWin

09.02.2021, 16:36

Früher konnten wir in den Beizen noch Kyffn, heutzutage ist Bitcon angesagt,