Streit um Vogel-Fütterung: «Wenn man etwas sagt, wird man blöd angemacht»
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Streit um Vogel-Fütterung«Wenn man etwas sagt, wird man blöd angemacht»

Der Werdenbergersee in Buchs SG ist ein beliebter Ort, um Enten und Schwäne zu füttern. Doch inzwischen hat es ein absurdes Ausmass angenommen.

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taw
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Der Werdenbergersee in Buchs SG ist ein beliebter Ort, um Enten und Schwäne zu füttern.

Der Werdenbergersee in Buchs SG ist ein beliebter Ort, um Enten und Schwäne zu füttern.

Wikimedia/YviLee
Inzwischen hat die Sache allerdings ein absurdes Ausmass angenommen.

Inzwischen hat die Sache allerdings ein absurdes Ausmass angenommen.

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«Ich habe beobachtet, dass ganze Brote oder sogar Pizzas verfüttert wurden», so Ludwig Altenburger, Präsident der Naturschutzkommission der Stadt Buchs.

«Ich habe beobachtet, dass ganze Brote oder sogar Pizzas verfüttert wurden», so Ludwig Altenburger, Präsident der Naturschutzkommission der Stadt Buchs.

Wikimedia/Walter45

«Ich habe beobachtet, dass ganze Brote oder sogar Pizzas verfüttert wurden», sagt Ludwig Altenburger, Präsident der Naturschutzkommission der Stadt Buchs, gegenüber dem «Werdenberger & Obertoggenburger». Auch der zuständige Wildhüter, Silvan Eugster, gibt an, dass aktuell ein Übermass an Brot verfüttert wird. Dieses würde teilweise noch tagelang im See schwimmen. Er sehe es grundsätzlich nicht gerne, wenn die Tiere gefüttert werden. Man tue ihnen damit nichts Gutes.

In einer lokalen Facebook-Gruppe ist das Füttern ebenfalls Thema. «Es ist wirklich schlimm, es hat überall Brot im See. Wie traurig ist das denn», schreibt eine Nutzerin. Sie ist der Meinung, man könne das Brot auch anders verwenden. «Und jetzt denken sie, dass sie etwas Gutes damit tun, wie krank ist das denn», so ihr Fazit. Ein anderer schreibt: «Teilweise werden ganze Pfünder und Schimmelbrot in den See geworfen. Wenn man dann etwas sagt, wird man noch blöd angemacht.» Weitere Nutzer haben ähnliche Beobachtungen gemacht und nun Konsequenzen gezogen: «Am Wochenende ist es sehr schlimm. Ich gehe deshalb nur noch unter der Woche an den See. Mit tut es weh, so etwas ansehen zu müssen», schreibt jemand. Leider würde niemand etwas gegen unternehmen.

Mass halten

Diverse Forderungen werden laut, dass endlich etwas unternommen werden soll. Sei dies ein Fütterungsverbot oder zumindest Informationstafeln über die negativen Folgen für die Tiere.

Doch wie schädlich ist das Füttern für die Tiere wirklich? Laut der Vogelwarte Sempach ist eine Fütterung von Wasservögeln nicht nötig. Sie biete aber die Gelegenheit Wasservögel aus der Nähe zu beobachten und ermögliche es, die einzelnen Arten besser kennenzulernen. Das gelegentliche Verfüttern von Brot in kleinen Mengen gefährde die Gesundheit der Wasservögel auch nicht. In Gebieten, wo wenig Pflanzennahrung vorhanden ist, könne eine massive und einseitige Fütterung mit Brot aber zu Verdauungsproblemen führen. Was auf keinen Fall verfüttert werden dürfe, sind gewürzte Essensreste oder verschimmeltes Brot.

Laut Ludwig Altenburger von der Naturschutzkommision hat man vor rund zwei Jahren über Informationstafeln diskutiert. «Wir kamen jedoch zum Schluss, keine solchen aufzustellen. Sie nützen dann doch zu wenig, werden nicht verstanden oder auch gar nicht beachtet. Ausserdem gibt es viele verschiedene Zugänge zum See», wird er zitiert.

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