Gefangener Brian : «Wenn man mich umbringen würde, wäre das viel menschlicher»
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Gefangener Brian «Wenn man mich umbringen würde, wäre das viel menschlicher»

Der 25-jährige Brian, alias «Carlos», gilt als einer der bekanntesten Straftäter der Schweiz. In einem Interview spricht er über seine Verwahrung und seine Aggressionen.

von
Sven Forster

Vor Kurzem zerstörte Brian eine Spezialzelle.

Video: SRF «Rundschau» vom 16.12.2020

Darum gehts

  • Brian gilt als einer der bekanntesten Häftlinge der Schweiz.

  • Seit 2019 sitzt er im Gefängnis in Regensdorf.

  • In einem Interview spricht er über seine Aggressionen, seinen Narzismus und seine Verwahrung.

Seit Jahren fällt der heute 25-jährige Brian immer wieder durch Sachbeschädigungen und Körperverletzungen auf. Bekannt wurde Brian als 17-jähriger «Carlos» in einem SRF-Dok-Film. 2019 wurde Carlos zu vier Jahren Gefängnis mit einer anschliessenden kleinen Verwahrung verurteilt.

Schon seit längerem sitzt Brian isoliert in Einzelhaft. Erst kürzlich zerstörte er eine Spezialzelle mit eigenem Hofzugang im Wert von 1,85 Millionen Franken. In einem Interview mit der Rundschau spricht Carlos erstmals über seine Aggressionen und auch über die zerstörte Zelle in der Strafanstalt Pöschwies.

Zur Einzelhaft sagt Brian: «Einzelhaft ist viel effektiver, als wenn man jemanden schlägt. Es zerfrisst dich von innen. Es lässt dich von innen brechen und zerstören.» Nach eigenen Aussagen gibt ihm seine Wut die Kraft, um das ganze zu überstehen. Brian äussert sich auch zu seiner Verwahrung. «Die Verwahrung ist unmenschlich. Wenn man mich umbringen würde, wäre das viel menschlicher», sagt er.

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Brian hat sich in einem Interview mit dem SRF über seine aktuelle Situation geäussert. 

Brian hat sich in einem Interview mit dem SRF über seine aktuelle Situation geäussert.

Screenshot SRF 
Brian machte als Jugendstraftäter Carlos Schlagzeilen.

Brian machte als Jugendstraftäter Carlos Schlagzeilen.

Screenshot SRF 
Erst vor kurzem zerstörte Brian seine teuere Einzelzelle. 

Erst vor kurzem zerstörte Brian seine teuere Einzelzelle.

Screenshot SRF 

«Ich mache nichts, das falsch ist.»

Die Journalisten des SRF sprachen mit Carlos auch über die zerstörte Millionenzelle. «Die neue Zelle. Die ist so schnell kaputtgegangen, das hat mich selber überrascht.» Laut eigener Aussage habe er nur die Türe mehrfach auf und zugeschlagen. Er wurde wütend, weil er in der Zelle eine Kamera sah. Er traue niemandem mehr, «der nicht meine Familie ist», sagt Brian.

Auf Medikamente gegen seine Aggressionen möchte er verzichten. «Ich bleibe lieber hier im Gefängnis, als Medikamente zu nehmen.» Der 25-Jährige weiter: «Ich bin perfekt, so wie ich bin. Ich bin mit mir selber zufrieden. Ich liebe mich selber sehr. Manche würden das als narzisstisch bezeichnen, aber ich liebe mich.» Er selber wolle sich in Zukunft auch nicht verändern. «Ich mache nichts, das falsch ist.»

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