Marco Odermatt spricht darüber, wie er nach Erfolgen feiert

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Ski-Star Marco Odermatt«Wenn man solche Erfolge nicht feiern kann, hat man ein trauriges Leben»

Marco Odermatt schaute auf seine Rekordsaison zurück. Dabei sprach der 25-Jährige auch darüber, dass das Feiern für ihn dazugehört. 

Rekordhalter Marco Odermatt und Rekordhalterin Tina Maze geben Auskunft. 

20min

Darum gehts

  • Marco Odermatt hat einen überragenden Winter hinter sich. 

  • Im Hauptsitz seines Ski-Ausrüsters schaute er auf die Saison zurück. 

  • Dabei äusserte sich der 25-Jährige auch dazu, welche Promis ihm nach den Siegen gratulierten. 

Marco Odermatt, das war eine überragende Saison – wie können Sie das noch steigern?

Das weiss ich jetzt noch nicht. Die klassischen Ziele sind Kitzbühel und Wengen, das sind die zwei grössten Rennen in unserer Sportart. Ich bin an beiden Orten schon Zweiter geworden, zum Sieg reichte es noch nicht. Zwei Tage nach dem Saisonfinal ist es aber eigentlich noch zu früh für diese Frage. 

Sie haben nach Ihren grossen Triumphen auch gross gefeiert. Braucht es das als Ausgleich – im Stil von: Wer siegt, darf auch feiern?

Ja, absolut. Wenn man solche Erfolge nicht feiern kann, dann hat man ein trauriges Leben. Das habe ich schon immer so gehandhabt und ich hoffe, dass ich auch in Zukunft noch einiges zu feiern habe. 

Sie hatten in diesem Winter beinahe keine Misserfolge zu verkraften. Wenn doch, haben Sie extrem starke Reaktionen gezeigt – was geht da psychisch in Ihnen ab? 

Nach dem kleinen Unfall (in Kitzbühel, Red.) stand ich wieder auf dem Schnee, doch ich merkte, dass ich absolut kein Vertrauen mehr hatte. Ich fing wieder bei null an. Deshalb startete ich dann auch nicht in Schladming. Es ist vor allem eine Kopfsache. Ich redete mit den Trainern und auch den Materialverantwortlichen. Dass ich aber so grandios wieder zurückkam, das überraschte mich schon. 

Haben Sie mit Hermann Maier gesprochen, nachdem Sie seinen Rekord geknackt haben?

Hermann Maier habe ich persönlich noch nicht gesehen. Ich war am Montag im österreichischen ServusTV und da wurde ein Interview mit ihm eingeblendet. Wir sind aber unterschiedliche Menschen, wir ticken anders.

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Marco Odermatt schaute im Stöckli-Hauptsitz auf seinen überragenden Winter zurück. 

Marco Odermatt schaute im Stöckli-Hauptsitz auf seinen überragenden Winter zurück. 

20min/Taddeo Cerletti
Der 25-jährige Nidwaldner ist nach der langen Saison müde, das gibt er zu. 

Der 25-jährige Nidwaldner ist nach der langen Saison müde, das gibt er zu. 

20min/Taddeo Cerletti
Mit Odermatt war auch Tina Maze da, die Ex-Skirennfahrerin und aktuelle Eurosport-Journalistin. 

Mit Odermatt war auch Tina Maze da, die Ex-Skirennfahrerin und aktuelle Eurosport-Journalistin. 

20min/Taddeo Cerletti

Welche anderen Stars haben Ihnen nach Ihren grossen Erfolgen gratuliert?

Ich bekam diverse Nachrichten, es ist schwierig, etwas herauszupicken. Von Roger (Federer, Red.) habe ich ein Video bekommen nach WM-Gold in der Abfahrt, als er auf den Ski stand, seine Schwünge zeigte und mir sagte, ich müsse mich warm anziehen für den Riesenslalom (lacht). Am Montag schrieb mir Alberto Tomba ein Whatsapp, das war auch sehr speziell. 

Was braucht es für den Erfolg?

Riesenslalom ist die Basis-Disziplin. Von dieser aus geht man in den Slalom oder in den Super-G und in die Abfahrt. Wenn man im Riesen das Vertrauen hat, dann funktioniert es. 

Wie sind solche enorm starken Leistungen möglich?

Während des Skifahrens studiert man nicht. Wenn man das macht, ist man nicht mehr im Flow. Und dann wird es schwierig.

Es war eine lange Saison – wie geht es Ihnen?

Ein wenig müde bin ich schon. Aber wenn ich meine Highlights nochmals sehe, bekomme ich Gänsehaut. Es ist schon verrückt, diese Zahlen zu sehen.

Wie war der Besuch des Clasico Barça gegen Real im Camp Nou nach dem Saisonabschluss?

Das ergab sich gerade so, weil wir von Barcelona heimflogen. Weil da auch gleich noch der Clasico stattfand, wollten wir uns das nicht entgehen lassen. Ich bin zwar nicht der allergrösste Fussballfan, ich schaue es aber gerne im Fernsehen und bin in der Schweiz einmal im Jahr im Stadion. 

Das Interview wurde anlässlich einer Pressekonferenz aufgezeichnet.  

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