Wenn Manager betrügen
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Wenn Manager betrügen

Manager mit Aktien-Optionen als Salärbestandteil sind eher zur Bilanzmanipulationen bereit.

Dies zeigt eine neue Studie des Swiss Banking Institute der Universität Zürich. Die Autoren der Studie empfehlen, das Verhalten des Managers durch die Entschädigung von Aktien zu steuern.

«Optionspläne erhöhen den Anreiz für Manager zu betrügen», sagte Marc Chesney, Professor für Finanzmarktökonomie am Swiss Banking Institute am Freitag zusammenfassend zu einer jetzt veröffentlichten Studie. Chesney und seine Kollegin Rajna Gibson wandten ein theoretisches Modell an, um zu diesem Ergebnis zu kommen. In den USA war bereits 2003 eine empirische Studie veröffentlicht worden, die einen Zusammenhang zwischen Optionsplänen für Manager und Betrügereien in der Buchhaltung feststellte.

Chesney und Gibson adaptierten für ihre Untersuchung die Options-Theorie, die sonst verwendet wird, den Wert von Optionen einzuschätzen. Ein Ausgangspunkt des Modells sei gewesen, dass jeder Manager die Wahl zwischen ehrlichem und unehrlichem Verhalten habe, hiess es. Ein zweiter Ausgangspunkt war zudem, dass jeder Manager versucht, seinen persönlichen Gewinn zu optimieren. «Unsere Basis für den typischen Manager ist der homo oeconomicus», sagte Chesney.

Grundsätzlich funktioniere das Modell der Entlöhnung mit Optionen. Gerät das Unternehmen aber in Schwierigkeiten, dümpelt die Konjunktur oder ist der Aktienkurs im Keller, steigt laut Studie die Versuchung zu schummeln. Unehrliche Manager manipulieren die Bilanzen, der Aktienkurs steigt, dann werden die Optionen ausgeübt, wie Chesney erklärt. Wird der Betrug aufgedeckt, sackt der Aktienkurs ab. Während der Manager seinen Profit im Trockenen hat, leidet der Aktionär unter dem Schaden.

Manager schätzten dabei genau ab, wie gross die Wahrscheinlichkeit für ein Auffliegen der Manipulationen sei. Chesney und Gibson schlagen deshalb vor, die Anreize so zu steuern, dass Risiken und Kosten eines Betruges möglichst hoch angesetzt werden. Dabei spiele auch die Justiz eine entscheidende Rolle.

Firmen könnten das Verhalten der Manager beispielsweise steuern, indem sie mit Aktien statt mit Optionen entschädigten. Zudem schlagen die beiden Professoren ein Bestrafungsinstrument für betrügerische Manager vor: Diese sollen verpflichtet werden, auf ihren Namen Put-Optionen für die Aktionäre auszugeben. Wird der Manager betrügerischer Machenschaften überführt, müsste er die Aktien kaufen und die Differenz zwischen garantiertem Preis und dem Kurswert übernehmen. Die Praktikabilität dieses Vorschlags müsse aber noch überprüft werden, so die Autoren. Völlig vermeiden liessen sich Missbräuche ohnehin nie. (dapd)

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