Aktualisiert 14.05.2020 11:59

Alfa Romeo TZ3 Stradale Zagato

Wenn Mario Andretti ein Auto wäre

Mario Andretti ist ein Italo-Amerikaner, genauso wie der seltene Alfa Romeo TZ3 Stradale von Zagato.

von
Daniel Koch
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Die B-Säule ist praktisch unsichtbar.

Die B-Säule ist praktisch unsichtbar.

Darin Schnabel - Courtesy of RM Sotheby's 
6-Gang Handschaltung wie in der Viper.

6-Gang Handschaltung wie in der Viper.

Darin Schnabel - Courtesy of RM Sotheby's 
Ausgefallenes Design am Heck.

Ausgefallenes Design am Heck.

Darin Schnabel - Courtesy of RM Sotheby's 

Darum gehts

  • Der Alfa Romeo TZ3 Stradale ist eine Seltenheit: Ein Italiener mit amerikanischem Motor.
  • Der TZ3 nimmt Designmerkmale des 1963 vorgestellten «Giulia TZ» sowie neuerer Sportwagen auf.
  • Der Motor aus dem Chrysler-Regal leistet mehr als 600 PS.

Der Italo-Amerikaner Mario Andretti ist einer der erfolgreichsten und vielseitigsten Rennfahrer der amerikanischen Geschichte. Neben vielen weiteren Erfolgen gewann er 1969 das Indy 500 Rennen, und krönte 1978 seine Karriere mit der Fahrer-Weltmeisterschaft der Formel 1 auf dem legendären Lotus 78, der die Wing-Car-Ära in der Königsklasse begründete.

Auch der Alfa Romeo TZ3 Stradale Zagato ist ein Italiener mit einem amerikanischen Herz, obwohl er nicht so bekannt sein dürfte wie Mario.

Seltene Mischung

Britische Sportwagen mit grossen V8-Motoren aus den USA gab es schon viele, die Cobra von Carroll Shelby etwa oder den Jensen Interceptor. Wer aber einen Italiener mit einem amerikanischen Antrieb suchte, musste schon etwas länger nachdenken, die Sportler von Intermeccanica wären hier als Beispiel zu nennen. Dass aber auch ein Alfa Romeo mit einem grossvolumigen Motor von jenseits des Atlantiks daherkommt, dürfte ziemlich einzigartig sein.

Es ist klar, dass die Designschmiede von Zagato keine Automobile entwirft, welche die Mehrheit der durchschnittlichen Autokäufer als «klassisch schön» bezeichnet. Vielmehr polarisiert Zagato oft, ist laut, und bisweilen auch schräg. Zum hundertjährigen Jubiläum von Alfa Romeo im Jahr 2010 erschuf die Designschmiede aus der Lombardei einen Sportwagen, der seinesgleichen sucht.

Vorbild aus der Vergangenheit

Der TZ3 zitiert viele Designmerkmale des 1963 vorgestellten «Giulia TZ», nimmt aber auch Elemente von neueren Sportwagen auf. Hat nun Bristol beim Design des Hecks des Fighters (der auch vom Viper-Motor befeuert wurde) auf den Hintern des Alfa TZ aus den Sechzigerjahren geschaut, oder Zagato auf den Fighter? Der Blick durch das Glas im Heck erinnert auch an den Lamborghini Espada oder den TVR 350i Coupé.

Der «Giulia TZ» von 1963, vom früheren Ferrari-Ingenieur Carlo Chiti für «Autodelta» entwickelt, wurde von einem 1570 ccm kleinen Vierzylindermotor angetrieben. Das Zagato-Zitat von 2010 bekam den gewaltigen Vortrieb vom Zehnzylindermotor mit über acht Liter Hubraum aus dem Dodge Viper. Den Karbon-Massanzug zog Zagato über einen Gitterrohrrahmen, unter dem die Technik des amerikanischen Supersportwagens steckte. Das Interieur entsprach weitgehend dem der Viper – der TZ3 war vor allem von aussen betrachtet ein Spektakel.

Italienisch-amerikanische Freundschaft

Andrea Zagato sagte damals: «Dank der Partnerschaft der Fiat-Gruppe und Chrysler/Dodge durfte ich den ersten amerikanischen Alfa Romeo entwickeln.» Mit mehr als 600 PS und über 700 Newtonmeter bei 5000 U/min war in jedem der sechs Gänge mehr als ausreichend Leistung vorhanden. Der Kaufpreis betrug 2010 über eine Million Euro. Die Kunden, die sich einen TZ3 kaufen durften, wurden von Zagato handverlesen. So erstaunt es nicht, dass der Italo-Amerikaner heute ein gesuchter Exot ist, falls denn einmal einer angeboten wird.

Das porträtierte Fahrzeug mit nur rund 200 Meilen auf der Uhr wird von RM/Sotheby's an der «Elkhart Collection Auction» versteigert, die am 23. und 24. Oktober stattfindet.

Weitere Informationen, viele Bilder, Testberichte und technische Daten gibt es auf www.zwischengas.com.

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