Aktualisiert 17.09.2007 10:38

«Wenn me cha tschuute, cha mer tschuute»

FCZ-Stürmer Kresimir Stanic ackert im kroatischen Pula in einer Rehabilitationsklinik für sein Comeback. Gleichzeitig plant der FC Zürich ein Engagement in der Raser-Prävention. Stanic selbst will sich bei der Suchtprävention der Stadt Zürich engagieren.

Herr Stanic, wie geht es ihnen?

Es geht mir eigentlich ganz gut hier unten. Ich habe ein wenig Abstand vom Rummel zu Hause und beste medizinische Betreuung.

Ist es nicht ein wenig eine Flucht? Weshalb soll die Betreuung in Kroatien besser sein als in der Schweiz?

Hier habe ich alles unter einem Dach, hier muss ich nicht hin- und herlaufen zwischen Physiotherapie und Arzttermin, ich bin gut versorgt hier.

Wie sieht denn Ihr Tagesablauf momentan aus?

Von acht Uhr morgens bis drei Uhr nachmittags bin ich hier in der Klinik. Ich mache spezifische Fussübungen und Kraftraining. Zwischendurch jongliere ich ein bisschen mit dem Ball.

Was haben Sie sich als Ziel gesetzt? Wann stehen Sie wieder für den FCZ auf dem Platz?

Ich will noch in der Vorrunde wieder spielen. Die Ärzte sagen auch, dass das möglich ist, wenn alles optimal läuft.

Haben Sie schon darüber nachgedacht, was ist, wenns nicht klappt? Wenn fertig ist mit Profifussball?

Nein. Ich denke positiv. Den Gedanken an ein Scheitern verdränge ich. Natürlich habe ich Angst, dass es nicht klappten könnte, aber im Moment muss ich meine Energie auf den Genesungsprozess konzentrieren.

Sie haben lange nicht auf dem Platz gestanden. Haben Sie keine Angst vor dem ersten Spiel? Dass Sie es verlernt haben?

Nein. «Wenn me cha tschuute, cha mer tschuute.» Ich bin kein kleiner Maradona, aber ich weiss, was ich kann, wenn ich fit bin. Das beschäftigt mich nicht.

Wie sieht es aus mit Alkohol? Je wieder getrunken, seit dem Unfall?

Nach einem solchen Erlebnis hat man sicher keine Lust mehr auf irgendwelche Abstürze. Alkohol für mich definitiv kein Thema mehr. Ich möchte auch bei der Suchtprävention der Stadt Zürich mitarbeiten.

«Stanic, bitte fahr den Mannschaftsbus!» rufen die Basler Fans bei den Spielen gegen den FCZ. Wie gut ertragen Sie das?

Das Plakat der Basler habe ich auch gesehen. Wenn ich von denen gehasst werde, was soll ich da tun. Es schmerzt natürlich, aber schlimmer wäre, wenn mich die eigenen Fans auspfeifen würden.

Maurice Thiriet, 20minuten.ch

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