Weshalb auf Linienbussen Jobinserate anstatt Zielort und Nummer leuchten

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LuzernWenn Passagiere drin sind, darf diese Anzeige nicht leuchten

An den Seiten, vorn und hinten: Wo sonst Liniennummer und Zielort stehen, leuchten jetzt auch Stelleninserate. Die Verkehrsbetriebe Luzern suchen mit einer ungewöhnlichen Aktion nach neuem Personal.

von
Gianni Walther
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«Gesucht: Busfahrer/in»: Diese Anzeige wird momentan auf gewissen VBL-Bussen in Luzern gezeigt.

«Gesucht: Busfahrer/in»: Diese Anzeige wird momentan auf gewissen VBL-Bussen in Luzern gezeigt.

VBL
Normalerweise wird auf den Bussen die Liniennummer und die Endhaltestelle angezeigt.

Normalerweise wird auf den Bussen die Liniennummer und die Endhaltestelle angezeigt.

20min/Gianni Walther
Seit rund drei Jahren wird die Matrix auf der Rückseite der Busse auch für ein «Danke» genutzt.

Seit rund drei Jahren wird die Matrix auf der Rückseite der Busse auch für ein «Danke» genutzt.

VBL

Darum gehts

  • Auf den Displays gewisser Busse der Luzerner Verkehrsbetriebe wird derzeit «Gesucht: Busfahrer/in» eingeblendet.

  • Mit der ungewöhnlichen Kampagne wollen die VBL neues Personal suchen: Rund 25 Personen müssen jährlich für den Fahrdienst rekrutiert werden.

  • Damit es nicht zu Verwechslungen kommt, wird der Text nur bei Bussen gezeigt, die ohne Fahrgäste unterwegs sind– etwa, wenn sie zum Busdepot fahren.

Üblicherweise stehen auf den Displays an der Aussenseite von Linienbussen die Busnummer und der Zielort. Wer dieser Tage durch Luzern läuft, entdeckt auf den Anzeigen vielleicht eine ungewöhnliche Anzeige: «Gesucht: Busfahrer/in». Mit dieser Kampagne suchen die Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) seit kurzem nach neuem Personal.

«Bisher haben wir auf den Screens in den Bussen Werbung gemacht. Nun haben wir uns für die Displays ausserhalb unserer Busse entschieden. Vor allem, weil wir Menschen suchen, die gerne fahren. Die sind auf den Strassen unterwegs und potenzielle neue Fahrdienstmitarbeitende», sagt VBL-Mediensprecher Sämi Deubelbeiss zur ungewöhnlichen Kampagne. Personalengpässe gebe es aber nicht. «Aufgrund unserer Unternehmensgrösse und der Altersstruktur der Mitarbeitenden ist die Rekrutierung von Fahrdienstpersonal eine Daueraufgabe», so Deubelbeiss. Denn: 380 von rund 500 Mitarbeitenden der VBL sind im Fahrdienst tätig. Jährlich werden rund 25 Personen für den Fahrdienst gesucht.

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VBL will keine Missverständnisse

Gezeigt wird das Inserat aber nicht auf allen der rund 150 VBL-Busse. Die Werbung leuchtet automatisch auf und wird nur gezeigt, wenn Busse ohne Fahrgäste unterwegs sind. «Zum Beispiel bei einer Fahrt zurück ins Depot. So entstehen auch keine Missverständnisse für unsere Kundinnen und Kunden», sagt der Sprecher.

Bei den Leuten scheint die Aktion anzukommen: «Wir haben bereits einige positive Feedbacks erhalten. Die Personalkampagne soll Aufmerksamkeit erwecken, das ist uns gelungen», so Deubelbeiss. «Wir wollen anders sein als andere und auffallen», so Deubelbeiss. Ab und zu seien deshalb spezielle Personal-Marketing-Kampagnen nötig, die Emotionen auslösen. «Das ist uns in den letzten Jahren immer wieder gelungen, was uns freut. Sicher auch dank dieser aussergewöhnlichen Kampagnen hatten wir bei den VBL bisher keine Personalengpässe wie andere Transportunternehmen in der Schweiz.» So suchten die VBL vor einigen Jahren auch mit Slogan wie «Früher Koch, heute VBL-Chauffeur» nach Quereinsteigern. Das kam nicht überall gut an.

Die Anzeige auf der Rückseite der Busse wird übrigens immer wieder auch anderweitig verwendet: So kann das Fahrpersonal seit 2019 auf der Rückseite eines Busses ein elektronisches «Danke» aufleuchten lassen, wenn Verkehrsteilnehmende VBL-Bussen bei der Abfahrt von einer Haltestelle den Vortritt gewähren. «Der Danke-Knopf ist ein ganz grosser Erfolg, der auch nach drei Jahren noch viele positive Kundenrückmeldungen auslöst», sagt Deubelbeiss. Anfang Monat habe sich etwa ein Stadtrat aus Zürich für die Danke-Anzeige bedankt, als er mit dem Velo einem VBL-Bus den Vortritt gewährt hatte. «Er war positiv überrascht, da es das in Zürich nicht gebe. Solche schönen Feedbacks freuen uns jeweils sehr.»

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