Tom Lüthi: Wenn Reifen schmelzen wie Eiscreme
Aktualisiert

Tom LüthiWenn Reifen schmelzen wie Eiscreme

Eine Statistik belegt den Wahnsinn, dem sich Töffstar Tom Lüthi (24) beim GP von Deutschland auf dem Sachsenring aussetzen muss.

von
Klaus Zaugg
Sachsenring
55 Grad der Asphalt, 35 Grad die Luft: Thom Lüthi auf dem Sachsenring.

55 Grad der Asphalt, 35 Grad die Luft: Thom Lüthi auf dem Sachsenring.

Der GP-Zirkus ist heute vernetzt und verkabelt und vercomputert. Jeder Sturz wird erfasst und so belegt die Statistik den Wahnsinn: Exakt zwölf Mal hat es gestern, am Tag der freien Trainings der Klassen MotoGP, Moto2 und 125 ccm, gekracht. Alle zwölf Unfälle in der Klasse Moto2. «Einmal bin ich an die Box zurückgefahren weil ich das Gefühl hatte, einen Plattfuss zu haben» schilderte Tom Lüthi seine Rutschpartie auf den 15. Platz.

Die Hitze ist gefährlich auf dem Sachsenring bei Hohenstein-Ernstthal, dem Geburtsort von Karl May: 55 Grad der Asphalt, 35 Grad die Luft. Bei diesen Temperaturen haften die Dunlop-Reifen nicht mehr und schmelzen wie Eiscreme, ganz wie es die «Beagle Music Ltd» einmal in einem Werbespott für Langnese-Glacen besungen haben: «Like Ice in the Sunshine I'm melting away on a sunny day.» Dunlop beliefert alle Fahrer mit den gleichen Gummis und somit hatten alle Probleme. Es ist kein Zufall, dass von den 14 Fahrern, die sich vor Lüthi klassierten, fünf aus dem Sattel fielen. Darunter auch WM-Leader Toni Elias.

So wird dieser erste Trainingstag zum GP von Deutschland nur wegen der Sturzorgie in der Klasse Moto2 in die Geschichte eingehen. Platz 15 für Tom Lüthi, Rang 22 für Dominique Aegerter haben daher wenig Bedeutung. Wichtiger ist: Auf der Suche nach mehr Reifenhaftung sind beide im Sattel geblieben. Für heute Samstag sind Blitz und Donner und ein Temperatursturz angesagt. Da werden auch die Dunlops wieder besser haften.

Deine Meinung