3,1 Millionen Pixel: Wenn sich das iPad mini vom Rockzipfel löst

Aktualisiert

3,1 Millionen PixelWenn sich das iPad mini vom Rockzipfel löst

Mit Retina-Display und A7-Chip muss sich das neue iPad mini nicht mehr hinter dem grossen Bruder verstecken. Auch der Vergleich mit der letzten Generation überzeugt.

von
tob

Wer nur auf die technischen Daten der neuen iPad-Familie schaut, wähnt sich in einer verkehrten Welt. Während Apple sein grosses Tablet, das iPad Air, auf Diät gesetzt und geschrumpft hat, ist der Zwerg der Familie - das iPad mini - gewachsen und hat an Gewicht zugelegt. Allerdings nicht markant.

Im direkten Vergleich der beiden iPad-mini-Generationen lassen sich die Geräte kaum auseinanderhalten. Sie sind gleich breit und gleich lang. Das iPad mini der zweiten Generation ist mit 7,5 Millimetern einen Hauch (0,3 mm) dicker als der Vorgänger. Auch bringt unser Testgerät (mit Wi-Fi und mobilen Daten) 29 Gramm mehr auf die Waage. In der Hand ist dieser Gewichtsunterschied nicht auszumachen.

Pixel, Pixel, Pixel

Die wohl markanteste Änderung des neuen iPad mini ist das gepimpte 7,9-Zoll-Display. Apple hat den Tablet-Zwerg mit einem Retina-Display nachgerüstet. Damit liefert der iPhone-Konzern endlich das, was viele schon vor einem Jahr erwartet haben. Neu verfügt der Bildschirm über eine Auflösung von 2048 x 1536 Punkten - was im Vergleich zur ersten iPad-mini-Version eine Verdopplung der Pixeldichte bedeutet. Mit 326 dpi (dots per inch) sind Buchstaben so scharf wie auf einem Stück Papier. Insgesamt sorgen 3,1 Millionen Bildpunkte fürs richtige Bild. Vorteile bringt dies vor allem beim längeren Lesen. Sind beim älteren Mini irgendwann die Augen schlapp geworden, lassen sich auf dem iPad mini Retina problemlos Dutzende Seiten wälzen - ohne dass dabei Müdigkeitserscheinungen auftreten.

Flotter Zwerg

Nachgerüstet hat Apple auch das Innere des neuen Minis. Der Arbeitsspeicher wurde von 500 MB auf 1 GB verdoppelt und neu gibt der schnelle A7-Prozessor mit 1,3 GHz den Takt an. Damit ist das neue iPad mini bis zu fünfmal schneller als die letzte Generation. In unserem Test mit dem Programm Geekbench 3 erzielte das neue iPad mini einen Wert von 2517. Das iPad mini von 2012, das noch mit einem A5-Prozessor läuft, kommt auf lediglich 497. Bis Entwickler Apps auf den Markt bringen, die die neue 64-Bit-Architektur des A7-Chips ausnutzen, dürfte es nicht mehr allzu lange dauern. Bisher bauen erst wenige der insgesamt 475'000 Apps, die speziell für iPads gemacht sind, auf der Architektur auf.

Bei der Grafikleistung fällt der Vergleich ähnlich aus. Während das iPad mini Retina problemlos alle Tests mit dem Programm 3D Mark durchläuft, ruckelt der Vorgänger schon beim kleinsten Grafiktest mit 12 bis 17 Bildern vor sich hin. Das Power-Upgrade macht sich denn auch im Alltag bemerkbar. Spiele wie «Infinity Blade III» oder der Shooter «Epoch.2» starten deutlich schneller und bei Letzterem sind auf dem neuen iPad mini auch bessere Texturen zu erkennen. Dass im neuen Mini-Tablet viel Kraft steckt, zeigt auch das Herumspielen mit der App «Vjay». Damit lassen sich zwei Full-HD-Videoclips ineinandermischen und mit Effekten überblenden. Ohne die Videodaten runterzurechnen, erledigt das Tablet die Aufgabe ohne Probleme in Echtzeit.

Deshalb ist das Mini grösser

Ein stärkerer Akku sorgt dafür, dass die ressourcenhungrige Technik genügend Saft bekommt. Die Kapazität des Akkus ist um einiges erhöht worden. So versorgt die Batterie die ganze Technik mit 24 Wattstunden, statt wie bisher mit 16. Dies dürfte auch der Grund sein, wieso das neue iPad mini Retina ein wenig schwerer und dicker geworden ist. Aufgerüstet hat Apple auch bei den Wi-Fi-Antennen. Mit der Multiple Input Multiple Output (MIMO) Nachrichtentechnik werden schnellere Übertragungsraten im W-Lan erreicht. Das ist vor allem beim Download von Apps und beim Surfen im Web spürbar.

Nach mehreren Wochen Wartezeit hat Apple das neue Tablet vor Kurzem in die Regale gestellt. Geliefert wird es in Spacegrau oder Silber. Die Preise erstrecken sich von 439 Franken (16 GB, Wi-Fi) bis 769 Franken (128 GB, Wi-Fi). Die Modelle mit mobilen Daten und Wi-Fi sind jeweils 130 Franken teurer. Dies dürfte aber vor allem für Pendler oder Vielreisende interessant sein. Da auch mehrere LTE-Frequenzbänder im Ausland unterstützt werden, kann auch in anderen Ländern mobil gesurft werden. Um dies zu nutzen, ist jedoch eine Nano-Simkarte mit Datentarif erforderlich.

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