Uhren- und Automarken machen immer häufiger gemeinsame Sache
Immer mehr noble Uhrenmarken arbeiten mit Autoherstellern zusammen.

Immer mehr noble Uhrenmarken arbeiten mit Autoherstellern zusammen.

Daimler
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Gemeinsam Gas gebenWenn Uhren- und Automarken zusammenspannen

Präzise Zeitmesser spielen im Motorsport seit jeher eine wichtige Rolle. Kein Wunder, machen darum immer mehr Luxusuhrenbrands und Autohersteller gemeinsame Sache.

von
Isabelle Riederer / A&W Verlag

«Wer sich an der Präzision, der Ästhetik und der handwerklichen Perfektion mechanischer Uhren begeistern kann, der ist oft auch empfänglich für ähnliche Qualitäten in klassischer Automobil- und Motorentechnik. Und umgekehrt», sagte schon Karl-Friedrich Scheufele, der Co-Chef von Chopard.

Porsche

Chopard

Die Rückkehr von Porsche Motorsport ans 24-Stunden-Rennen von Le Mans im Jahr 2014 gab den Anlass zur Zusammenarbeit mit Chopard. Das Resultat war die Superfast Chrono Porsche 919 Edition. Die Uhr nimmt durch den Streifen auf dem Zifferblatt das Design der Heckdiffusoren des Porsche 919 auf. Das 919-Logo im roten Rechteck erinnert an die eingestanzte Nummer auf dem Porsche-Rennwagen. Der sportliche Chronograph wurde nur 919 Mal produziert und war bei seiner Lancierung ruckzuck weg. Mittlerweile gibt es die Uhr aus zweiter Hand zwischen 7000 und 10’000 Franken.

Aston Martin

Aston Martin

Kommen wir zum wohl jüngsten Uhrwerk der zeitmessenden Automobil-Enthusiasten: die Tourbillon with Three Flying Bridges von Aston Martin und Girard-Perregaux. Die britische Automarke und die Schweizer Uhrenmanufaktur haben erst vor Kurzem ihre Partnerschaft verkündet. Der Clou: Sowohl die Vorder- als auch die Rückseite der Uhr sind mit einem Box-Saphirglas versehen, dadurch kann man dem Uhrwerk bei der Arbeit zuschauen. Die Crux: Der Aston Martin fürs Handgelenk ist auf gerade mal 18 Exemplare limitiert und kostet ein bisschen mehr als 130'000 Franken. Zum Vergleich: Einen Aston Martin Vantage gibt es als Gebrauchtwagen für nicht mal die Hälfte.

AMG

Daimler

Ebenfalls frisch aus der Uhrenmanufaktur ist der neuste Zeitmesser von Mercedes-AMG und IWC Schaffhausen: die Pilot’s Watch Chronograph Edition «AMG». Das Modell ist nicht nur aus extrem leichtem und kratzfestem Titan produziert, es steckt auch voller Materialien, die man sonst eher aus der Automobiltechnik kennt. So besteht das Zifferblatt aus Karbon und der mattgraue Look der Uhr ist inspiriert von der Selenitgrau-Magno-Lackierung von AMG. Auf dem getönten Sichtboden aus Saphirglas prangt das Logo von Mercedes-AMG. Für 10'000 Franken ist die Uhr auch um einiges günstiger als ein richtiger AMG.

Bugatti

Bugatti
Bugatti

Zu Ehren des Bugatti Chirons wünschte sich der französische Hypersportwagenhersteller eine exklusive Uhr. Zum Zuge kam die New Yorker Uhrenmanufaktur Jacob & Co. Entstanden ist schlussendlich nicht nur ein Modell, sondern gleich deren vier: die Furious Bugatti, die Chrono Bugatti und das Meisterstück, die Tourbillon (Bild). Das aus 579 Teile in Handarbeit zusammengesetzte Uhrwerk der Tourbillon ist an acht blauen Stossdämpfer-Federn aufgehängt. Im Innern des Titangehäuses ist ausserdem eine Miniaturversion des W16-Motors des 1500 PS-Chiron nachgebaut, der auf Knopfdruck für 20 Sekunden zum Leben erweckt wird. Kostenpunkt: satte 280’000 Franken.

Ferrari

Richard Mille
Ferrari

Die italienische Luxusautomarke Ferrari hat bereits in den 50ern erste Uhrenpartnerschaften geschlossen und sich dabei ganz divenhaft über die letzten Jahrzehnte einmal quer durch die Luxusuhrenwelt «gepaart». Den Anfang machte Ferrari mit Longines und Heuer, gefolgt von Cartier in den 70ern und Girard-Perregaux in den 80ern. Von 1994 bis 2004 durfte Panerei Uhren mit dem Ferrari-Logo unter die Ferraristi bringen, von 2005 bis 2010 Cabestan, danach war bis 2020 Hublot an der Reihe. Seit 2021 produziert Ferrari zusammen mit dem Schweizer Luxusuhrenbrand Richard Mille richtig teure Zeitmesser, die gerne mal bis zu einer Million Franken kosten. Da könnte man sich glatt einen richtigen Ferrari in die Einfahrt stellen. Als offizielle Uhren-Ambassadoren von Ferrari schmücken sich übrigens auch die aktuellen Formel-1-Piloten der Scuderia Ferrari, Carlos Sainz (im Bild) und Charles Leclerc, mit den exklusiven Chronographen.

McLaren

McLaren

Vor Ferrari machte Richard Mille bereits mit McLaren gemeinsame Sache. Seit 2016 spannen die beiden zusammen und lancierten im Frühling dieses Jahres ihr drittes gemeinsames Modell. Die Richard Mille RM 40-01 McLaren Speedtail ist eine Erinnerung an das 2018 präsentierte Hypercar von McLaren. Das Modell ist auf 106 Exemplare limitiert und kostet knapp 900'000 Franken.

Bentley

Bentley

Die Partnerschaft von Breitling mit Bentley Motors nahm im Jahr 2002 Fahrt auf. Damals bat Bentley die Grenchner Uhrenmarke, eine Borduhr für ihr Luxusmodell Contintental GT zu entwerfen. Gesagt, getan. Bentley gefiel die Uhr im Armaturenbrett so gut, dass Breitling heute nicht nur für die Zeitmesser an Bord verantwortlich ist, sondern immer wieder auch exklusive Chronographen fürs Handgelenk entwirft. Aktuelles Beispiel: die Premier Bentley Mulliner Limited Edition. Die im Vergleich zu ihren Mitbewerbern eher schlichte Armbanduhr ist auf 1000 Stück limitiert und mit knapp 8500 Franken auch viel günstiger.

Range Rover

Zenith

Aller guten Dinge sind drei, dachten sich wohl auch Range Rover und die Schweizer Uhrenmarke Zenith. Im Juni 2021 präsentierten sie ihren dritten Chronographen für Liebhaber und Liebhaberinnen der legendären britischen Automarke. Die neue Zenith Defy Classic Range Rover gibt es auch als limitierte Edition. Die 200 Stück der Defy Limited Edition sind inspiriert vom Range Rover Evoque. So sollen der farbliche Sekundenzeiger und die Schwungmasse an das Lenkrad und Sitzdetails des Evoque erinnern. Die auf 200 Stück begrenzte Defy Classic Range Rover Limited Edition verbindet elegante Linien mit unverwechselbaren Elementen, die von seinem Namensgeber inspiriert wurden. Hierzu gehören insbesondere die farblichen Akzente wie der Sekundenzeiger und die Schwungmasse in Arctic Petrol, die an die Lenkrad- und Sitzdetails des Evoque erinnern. Na ja, vielleicht mit viel Vorstellungsvermögen.

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