Aktualisiert 11.02.2011 17:13

Tag der Liebe und GeliebtenWenn Valentin die Brust vergrössert

Für ihre Geliebte geben Männer fast doppelt so viel aus wie für die Ehefrau, besagt eine Umfrage. Sie verrät auch, was man auf keinen Fall schenken darf.

von
Philipp Dahm

«Ehret die Mutter» war 1922 im Norden zu lesen, als der «Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber» bei unseren Nachbarn den Muttertag etablierte. Die ursprünglich angelsächsische Tradition wurde anschliessend auch hierzulande von Floristen, Gärtnern und Konditormeistern zur festen Grösse gemacht, was der «Unions Chrétiennes Suisses» und der Heilsarmee zuvor nicht gelungen war. Auch der Valentinstag am 14. Februar wurde erst durch die Blumenindustrie populär. Was glauben Sie, wer also den «Tag der Geliebten» am 13. Februar ins Leben gerufen hat?

Nein, die Floristen sind dieses Mal unschuldig. Kein Wunder, denn mit einem Strauss geben sich moderne Affären ohnehin nicht mehr zufrieden. Das Fremdgeh-Portal «Ashley Madison» hat das Datum werbewirksam anno 2001 ersonnen – und präsentiert zehn Jahre später eine erheiternde Statistik zum Thema. So hat die Intimtreff-Webseite durch eine Umfrage herausgefunden, dass Schweizer Männer fast doppelt so viele Franken in Geschenke für die Geliebte investieren als in Präsente für die Gattin.

Was Mann nicht schenken darf

Überraschen tut die Diskrepanz den Europa-Chef von «Ashley Madison» dann aber doch nicht. «Am Anfang einer Beziehung 'bespielt' man eine spätere Partnerin ja auch noch deutlich intensiver», gibt Constantin Dietrich zu Bedenken. Wenigstens hat er auch herausgefunden, was Frau nicht geschenkt bekommen will – ob nun Ehefrau oder Geliebte. Das absolute No-Go ist denkbar einfach: Was gar nicht geht, ist ein Gutschein für eine Schönheits-OP, sagten 31 Prozent! «Kein Wunder, denn darin steckt ja quasi auch eine Aussage», so Dietrich.

Auf Platz zwei der unbeliebtesten Präsente liegt mit 14 Prozent Reizwäsche in der falschen Grösse. Hierbei dürfte klar sein, dass Übergrössen ein grösserer Fauxpas sind als zu enge Lingerie. Der Bronzerang geht mit 12 Prozent der Nennungen an Elektro-Geräte. Auch hier ist nachvollziehbar, dass die Friteuse weder am Tag der Geliebten noch am Valentinstag charmant daher kommt.

Neue Kunden nach Valentinstag und Weihnachten

Dass es Folgen haben kann, wenn Partner am 14. Februar oder etwa an Weihnachten daneben greifen, schlägt sich von «Ashley Madison» dann in den Anmeldezahlen nieder. «Die meisten neuen Mitglieder melden sich in den Tagen nach dem Valentinstag oder nach Weihnachten an. Ein dritter signifikanter Faktor wäre auch der Hochzeitstag, aber der ist ja individuell», erklärt uns Dietrich, der auch sagt, dass sein Portal in der Schweiz im Europavergleich den höchsten Frauenanteil hat.

Für Schweizer Männer sollte also am kommenden Valentins-Montag gelten: Hände weg vom Gutschein für grössere Brüste! Der Zaunpfahl-Wink mit dem Doppel-D Büstenhalter ist somit auch passe und das Epilier-Gerät bleibt im Kaufhaus-Regal. Für diejenigen, die es trotzdem vermasseln, hat die «Ashley Madison»-Umfrage einen Hoffnungsschimmer parat: 79 Prozent der Befragten glauben, dass Liebe trotz Untreue möglich sein kann. 21 Prozent schlossen das aus.

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