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GeschlechtskrankheitWenn Vögel vom Sex krank werden

Wildtiere kennen keinen Safer Sex. Entsprechend drohen ihnen sexuell übertragbare Krankheiten. Diese können gravierende Folgen haben.

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Was sich liebt, das paart sich.

Was sich liebt, das paart sich.

Joel White
Das ist auch bei den Dreizehenmöwen (Rissa tridactyla) so.

Das ist auch bei den Dreizehenmöwen (Rissa tridactyla) so.

Wikimedia Commons/Accipiter/CC BY-SA 3.0
Doch anders als Menschen können sie nicht auf Kondome zurückgreifen. Das hat Folgen, wie österreichische Forscher im «Biological Journal of the Linnean Society» berichten.

Doch anders als Menschen können sie nicht auf Kondome zurückgreifen. Das hat Folgen, wie österreichische Forscher im «Biological Journal of the Linnean Society» berichten.

iStock/Peopleimages

Wildtiere benutzen keine Kondome. Ob das für sie – wie bei uns – zu Geschlechtskrankheiten führen kann, war bisher unklar. Der Nachweis in freier Wildbahn war bisher schlicht unmöglich.

Doch nun haben Forscher der Veterinärmedizinischen Universität Wien einen Weg gefunden, um dem Ganzen nachzugehen – am Beispiel von Dreizehenmöwen (Rissa tridactyla, siehe Bildstrecke).

Keuschheitsgürtel für Vögel

Für ihr im «Biological Journal of the Linnean Society» beschriebenes Experiment fing das Team um Richard H. Wagner zunächst 70 Möwenpaare, die in einer alaskischen Kolonie leben. Dann entnahmen sie der Kloake jedes einzelnen Exemplars Proben der mikrobiellen Fauna. Die Kloake ist bei Vögeln der Körperausgang, in den Darm, Harnleiter und Geschlechtsorgane münden.

Anschliessend versahen Wagner und seine Kollegen 33 Männchen mit einer Art Keuschheitsgürtel, der die Samenabgabe blockierte. Die übrigen Männchen wurden mit einem Kontrollaufsatz ausgestattet. Mit diesem konnte ausgeschlossen werden, dass sich ein allfälliger Erreger anders als über das Ejakulat überträgt.

Nach der ersten Eiablage wurden die Aufsätze entfernt und erneut Proben bei allen Tieren genommen.

Infizierte Weibchen müssen sich anstrengen

Der Vergleich der Proben zeigte, dass bei der Paarung tatsächlich ein krankmachender Erregerstamm weitergegeben wurde. Dieser ist laut den Forschern mit den Corynebakterien verwandt, die auch beim Menschen als Erreger unter anderem von Geschlechtskrankheiten bekannt sind.

Eine Infektion hat Folgen für die Tiere, wie die Hochschule mitteilt: «Die von einer sexuell übertragenen Infektion betroffenen Weibchen hatten zwar einen ähnlichen Reproduktionserfolg, allerdings begannen sie früher, Eier zu legen, und hatten grössere Gelege», erklärte Wagner. «Diese Tiere mussten daher eine für ihre eigene Fitness letztlich recht ‹kostspielige› Strategie verfolgen, die mit einem wesentlich grösseren Reproduktionsaufwand verbunden war, um die Benachteiligung durch einen Infekt kompensieren zu können.»

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Sex gilt als schönste Nebensache der Welt – zumindest beim Menschen. Im Tierreich dagegen wird das Ganze ernster angegangen: Entweder geht es gleich um Leben und Tod oder es geht zumindest reichlich heftig zu und her.

Sex gilt als schönste Nebensache der Welt – zumindest beim Menschen. Im Tierreich dagegen wird das Ganze ernster angegangen: Entweder geht es gleich um Leben und Tod oder es geht zumindest reichlich heftig zu und her.

Colourbox.com
Nicht zimperlich gehen die Grossen Tümmler vor: Vor der Küste Australiens werden immer wieder Gruppenvergewaltigungen beobachtet, bei denen männliche Tiere einzelne Weibchen begatten. Sind keine Partnerinnen verfügbar, begnügen sie sich auch mal mit Abflussrohren. Aber auch die Weibchen sind nicht ohne: Sie benutzen ihre schlanke Schnauze bei anderen Weibchen mitunter als Dildo.

Nicht zimperlich gehen die Grossen Tümmler vor: Vor der Küste Australiens werden immer wieder Gruppenvergewaltigungen beobachtet, bei denen männliche Tiere einzelne Weibchen begatten. Sind keine Partnerinnen verfügbar, begnügen sie sich auch mal mit Abflussrohren. Aber auch die Weibchen sind nicht ohne: Sie benutzen ihre schlanke Schnauze bei anderen Weibchen mitunter als Dildo.

Wikimedia Commons/Patrik Jones/CC BY 2.0
Über die Dauer des menschlichen Orgasmus können männliche Schweine nur lachen. Sie können das Ganze bis zu einer halben Stunde Stunde geniessen. Ihre wie Korkenzieher geformten Penisse schrauben sich während des Akts tief in den Gebärmutterhals ihrer Partnerin, wo auch die Ejakulation stattfindet.

Über die Dauer des menschlichen Orgasmus können männliche Schweine nur lachen. Sie können das Ganze bis zu einer halben Stunde Stunde geniessen. Ihre wie Korkenzieher geformten Penisse schrauben sich während des Akts tief in den Gebärmutterhals ihrer Partnerin, wo auch die Ejakulation stattfindet.

Getty Images/Ullstein Bild

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