Sonnenallergie: Wenns im Sommer juckt und brennt
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SonnenallergieWenns im Sommer juckt und brennt

Sie zeigt sich durch kleine Büggeli, nachdem die Haut UV-Strahlung ausgesetzt wurde: die Sonnenallergie. Lässt sich dem unangenehmen Ausschlag vorbeugen, ohne ein Schattendasein führen zu müssen?

von
rre
In der Apotheke gibts Sonneschutzlotionen, die speziell für Sonnenallergiker geeignet sind. (Bild: Colourbox)

In der Apotheke gibts Sonneschutzlotionen, die speziell für Sonnenallergiker geeignet sind. (Bild: Colourbox)

Ein stark juckender Ausschlag, sobald die Haut der Sonne ausgesetzt ist: Mit diesem Symptom haben Sonnenallergiker zu kämpfen. Für den Laien wird das Leiden häufig zunächst gar nicht mit den Einflüssen starker UV-Bestrahlung in Zusammenhang gebracht. Das Tückische: Die Hautreaktionen treten typischerweise nicht während, sondern erst mehrere Stunden oder sogar erst ein bis zwei Tage nach dem Sonnenbad auf.

Sonnenallergie? Gibts doch gar nicht!

Warum es genau zu den Immunreaktionen kommt, die für die enzündlichen Veränderungen auf der Haut verantwortlich sind, konnte medizinisch noch nicht vollständig geklärt werden. Wobei der Begriff «Sonnenallergie» im eigentlichen Sinne herzlich wenig mit einer herkömmlichen Allergie gemein hat: «Medizinisch richtig ausgedrückt, handelt es sich dabei um die so genannte polymorphe Lichtdermatose (PLD)», weiss Dr. med. Oliver Kreyden, Dermatologe aus Muttenz.

Frauen leiden dem Experten zufolge häufiger an den für die «Allergie» charakteristischen Ausschlägen mit kleinen Papeln, die sich aber auch als Bläschen manifestieren können. Begleitet werden die Hautreaktionen von starkem Juckreiz. Die Pusteln treten vor allem am Hals, an den Händen, den Armen und an den Unterschenkeln auf. Bei besonders starker Ausprägung kann der Dermatologe eine kortisonhaltige Creme oder ein anti-allergisch wirkendes Medikament (Antihystaminikum) verschreiben. Die Symptome klingen in der Regel nach zwei bis drei Tagen wieder ab - vorausgesetzt, die Haut wird vor Sonnenexposition geschützt.

Schlabberklamotte statt Bikini

Wurde die Diagnose Sonnenallergie erst einmal gestellt, muss prophylaktisch, also vorbeugend, gehandelt werden: Um die Haut vor den Ausschlag auslösenden UV-Strahlen zu schützen, empfiehlt sich das Tragen von langärmeliger Kleidung und langen Hosen in dunklen Farben. Vor weisser Kleidung ist abzuraten: Helle, insbesondere weisse Textilien, schützen die Haut weniger gut vor den UVA- beziehungsweise UVB-Strahlen.

Darüber hinaus sollte die Haut ca. eine halbe Stunde vor Sonnenexposition mit einer leichten Sonnenschutzlotion mit hohem Lichtschutzfaktor eingecremt werden. In der Apotheke gibt es Produkte, die speziell für Sonnenallergiker geeignet sind, da sie kaum oder überhaupt keine Fette enthalten und zusätzlich mit antioxidativen Stoffen wie beispielsweise Vitamin E angereichert sind.

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bereits mehrere Wochen vor der Sonnenexposition den Symptomen einer Sonnenallergie vorbeugen kann, ist umstritten. Das gilt auch für Betacarotin, das ebenfalls bei vielen Sonnenallergikern Verwendung findet. Raucher sollten mit der Verabreichung des natürlichen Farbstoffes aber unbedingt vorsichtig sein. Er steht in Verdacht, die Entstehung von Krebs zu begünstigen.

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