Aktualisiert 12.04.2011 17:31

Karrierestress

Wenns mitten ins Herz geht

Höher, schneller, weiter – das wollen viele auf dem Karriereweg nach oben. Aber wenn der Stress zu gross wird, schlägt er aufs Herz und kann dann sogar zur Lebensgefahr werden.

von
Elisabeth Rizzi

Stress ist allgegenwärtig im modernen Berufsalltag. Unbemerkt kann Stress aufs Herz schlagen – und zwar mit lebensgefährlichen Folgen, schon bevor ein Burnout eintritt. «Bei psychosozialen Dauerbelastungen wie etwa Mobbing am Arbeitsplatz oder der aufopferungsvollen Pflege kranker Angehöriger kommt es zu chronischen Einschränkungen der Herzratenvariabilität», erklärt Bernd Orzessek, Oberarzt an der Aeskulap-Klinik in Brunnen SZ.

Die Zeitabstände von einem Herzschlag zum nächsten werden immer starrer. Das Herz verliert die Fähigkeit, sich an Belastungen anzupassen. Menschen mit einer eingeschränkten Herzratenvariabilität (HRV) sind nicht nur schneller überfordert, auch das Risiko eines plötzlichen Herztodes steigt. Spezialisten wie Orzessek stellen eine verminderte HRV mit einer speziellen EKG-Messung fest, sozusagen als Burnout-Frühindikator. Oft ist dann schon eine umfassende Lebensänderung nötig.

Besser ist deshalb Vorbeugen. Hannes Riedlsperger vom Hotel Ritzenhof in Saalfelden (A) rät zu regelmässigen Entspannungspausen im Arbeitsalltag: bewussten Mittagessen oder 15-minütigen Nickerchen. «Auch kurz an die frische Luft gehen und sich strecken hilft.» Kontraproduktiv ist laut Orzessek jedoch, Überforderung im Beruf mit Leistungsdenken im Sport zu kompensieren. So sinke die HRV erst recht. Max Scheerle von HRM Human Ressource Management rät seinen Klienten darum zum Spazieren statt zum Joggen. Bloss das Arbeitspensum zu reduzieren, bringt jedoch nichts. Darin sind sich die Experten einig.

Mit der Herzratenvariabilität arbeiten

Als erstes Wellnesshotel arbeitet der Ritzenhof in Saalfelden (A) mit der HRV. Basierend auf den Messungen werden die Programme und Anwendungen individuell auf die Gäste abgestimmt, um nachhaltige Gesundheitsbildung zu fördern. Das Hotel ist Mitglied des Wiener Autonom-Health-Netzwerks mit dessen Lebensfeuer-Konzept. Partner in der Schweiz ist u.a. die Aeskulap-Klinik in Brunnen.

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