Wasserabweisender Anstrich - Wer an die Wand pinkelt, soll nasse Füsse kriegen
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Wasserabweisender AnstrichWer an die Wand pinkelt, soll nasse Füsse kriegen

Die deutsche Stadt Rheinfelden an der Schweizer Grenze hat mit Wildpinklern zu kämpfen. Vor allem am Bahnhof soll es «übelriechende Ecken» haben. Mit einem Schutzanstrich soll der Urin zurück an den Absender.

von
Steve Last
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Wasserabweisender Lack soll Wildpinklern das Fürchten lehren.

Wasserabweisender Lack soll Wildpinklern das Fürchten lehren.

Screenshot Youtube/IG St. Pauli
Der wasserabweisende Lack hat schon im Hamburger Ausgeh-Stadtteil St. Pauli Schule gemacht. Die IG St. Pauli lancierte vor Jahren die Kampagne «St. Pauli pinkelt zurück».

Der wasserabweisende Lack hat schon im Hamburger Ausgeh-Stadtteil St. Pauli Schule gemacht. Die IG St. Pauli lancierte vor Jahren die Kampagne «St. Pauli pinkelt zurück».

Wikimedia/Spielbudenplatz
Nun sollen auch in Rheinfelden (D), das am Rhein gegenüber der gleichnamigen Aargauer Stadt liegt, die Wände  «zurückpinkeln».

Nun sollen auch in Rheinfelden (D), das am Rhein gegenüber der gleichnamigen Aargauer Stadt liegt, die Wände «zurückpinkeln».

Wikimedia/Taxiarchos228

Darum gehts

  • Rheinfelden (D) an der Schweizer Grenze hat ein Problem mit Wildpinklern.

  • Zum Schutz von Fassaden spielt man mit dem Gedanken, wasserabweisenden Lack einzusetzen.

  • Die Beschichtung soll den Urin auf die Füsse der Wildpinkler lenken und sie so abschrecken.

Was kann man gegen übermässiges Wildpinkeln tun? Mit dieser Frage beschäftigt sich Rheinfelden (D). Man kann mehr öffentliche Toiletten installieren und Bussen verteilen. Diese Optionen sind auf dem Tisch. Und man kann die Wände mit einem wasserabweisenden Anstrich versehen, der den Urinstrahl auf die Füsse des Wildpinklers lenkt. Auch das überlegt man sich, wie die «Badische Zeitung» (Bezahlschranke) schreibt.

Im Hamburger Stadtteil St. Pauli käme der Anstrich bereits zum Einsatz und habe zu einem «deutlichen Rückgang der Verschmutzung» geführt. Darum habe man sich an die dortige Interessengemeinschaft gewandt, die schon vor Jahren die Kampagne «St. Pauli pinkelt zurück» lanciert hat. Im Visier der Rheinfelder ist vor allem der Unterführungsbereich, wo es «übelriechende Pinkelecken» gebe.

So funktioniert der Anti-Pinkel-Lack

Die wasserabweisende Substanz wird auf die Fassade aufgetragen und verbindet sich mit ihr. Die hydrophobe (wasserabweisende) Schicht lässt die Flüssigkeit abperlen und verhindert, dass sie in das geschützte Material eindringt. Weil sie zudem auf kleinster Ebene die Oberfläche vergrössert, perlt der Strahl nicht nur ab, sondern wird in einem steilen Winkel zurückgewiesen.

Da es sich bei Urin um in Wasser gelöste Stoffwechselprodukte handelt, die vom Körper ausgeschieden werden, wirkt die wasserabweisende Beschichtung als Schutz. Ganz billig ist der Lack aber nicht: Je nach Art kann er bis zu mehrere hundert Euro pro Liter kosten, womit aber nur einige Quadratmeter geschützt werden können.

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