Neue Studie: Wer an Verschwörungstheorien glaubt, ist jünger als der Durchschnitt
Aktualisiert

Neue StudieWer an Verschwörungstheorien glaubt, ist jünger als der Durchschnitt

Eine neue Studie der Universität Basel zeigt, dass jeder Zehnte sich stark hinter Verschwörungstheorien stellt. Jüngere Teilnehmer der Umfrage identifizierten sich stärker mit den Aussagen und waren im Durchschnitt gestresster.

von
Angela Rosser
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«Corona-Wahnsinn stoppen» steht auf einem Banner einer Frau, die an einer Demonstration in der Innenstadt Stuttgarts  teilnimmt. Auf Telegram finden sich zahlreiche Chats zu Verschwörungstheorien.

«Corona-Wahnsinn stoppen» steht auf einem Banner einer Frau, die an einer Demonstration in der Innenstadt Stuttgarts teilnimmt. Auf Telegram finden sich zahlreiche Chats zu Verschwörungstheorien.

Christoph Schmidt/dpa

Darum gehts

  • Eine Studie untersucht die Unterstützung von Verschwörungstheorien. Befragt wurden Menschen zwischen 18-69 Jahren.

  • Schweizerinnen und Schweizer befürworten eher Theorien zu biologischen Aspekten.

  • Personen, die den Aussagen zustimmten, waren im Schnitt jünger und gestresster.

Im Juli 2020 führte ein Forschungsteam der Universität-Basel eine Online-Studie durch, um die Zustimmung zu Verschwörungstheorien im Zusammenhang mit Corona zu erforschen. Die Umfrage umfasste über 1600 Männer und Frauen im Alter von 18-69 in Deutschland und dem deutschsprachigen Teil der Schweiz. Die Geschlechter verteilten sich gleichmässig auf die Probanden und auf Altersjahrzehnte.

Neben Angaben zur Zustimmung zu Corona bezogenen Aussagen, Verschwörungstheorien zur Entstehung und Verbreitung des Virus, wurden die Probanden auch zu Stress und Paranoia-ähnlichen Erfahrungen befragt. Personen, die den Aussagen zustimmten, waren im Schnitt jünger und gestresster. Aus politischer Sicht wies diese Gruppe eine extremere Haltung wie auch ein geringeres Bildungsniveau auf.

Befürworter entscheiden vorschnell

Studienteilnehmende, die vermehrt Zustimmung zu den Theorien zeigten, wiesen oft grössere Unsicherheit bei Entscheidungen auf und trafen Schlussfolgerungen vorschneller als jene, die diese Aussagen nicht unterstützen. Auch wenn schon länger angenommen wurde, dass Verschwörungstheorien eher bei Publikum mit geringerem analytischem Denken Zuspruch finden, kann diese Sicht so nicht verallgemeinert werden.

«Dass bei manchen Personen genau das Gegenteil der Fall sein könnte, mahnt einerseits zur Vorsicht bei Pauschalisierungen über die Anhängerschaft von Verschwörungstheorien, andererseits birgt es aus Forschungsperspektive auch das Potenzial, in Zukunft die kognitiven Mechanismen von Verschwörungstheorien noch genauer zu untersuchen», so Sarah Kuhn, ebenfalls Mitglied des Forschungsteams.

Grafik mit Prozentangaben der Umfrage an der Universität Basel zu Verschwörungstheorien.

Grafik mit Prozentangaben der Umfrage an der Universität Basel zu Verschwörungstheorien.

Universität Basel

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