The Showcase mit Emeli Sandé: «Wer auf dem Handy Musik hört, ist abgelenkt»

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The Showcase mit Emeli Sandé«Wer auf dem Handy Musik hört, ist abgelenkt»

Am 19. Dezember tritt Emeli Sandé in Zürich am The Showcase von 20 Minuten auf. Die Britin spricht im Interview über persönliche Krisen und ihre neue Liebe zur Musik.

von
Schimun Krausz
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In den Wochen vor dem Release ihres zweiten Studioalbums «Long Live the Angels» spielte Emeli Sandé eine Reihe von ausgewählten Konzerten – darunter auch eines an der Baloise Session in Basel.

In den Wochen vor dem Release ihres zweiten Studioalbums «Long Live the Angels» spielte Emeli Sandé eine Reihe von ausgewählten Konzerten – darunter auch eines an der Baloise Session in Basel.

Keystone/Georgios Kefalas
«Die Reaktionen fielen sehr gut aus», erzählt die Schottin im Gespräch mit 20 Minuten. «Das hat mir Mut gemacht, weil ich vor allem die neuen Songs gespielt habe und diese super ankamen.» Die Platte ist am 11. November erschienen und hat bereits in der ersten Woche die Top 10 der Schweizer Charts geknackt.

«Die Reaktionen fielen sehr gut aus», erzählt die Schottin im Gespräch mit 20 Minuten. «Das hat mir Mut gemacht, weil ich vor allem die neuen Songs gespielt habe und diese super ankamen.» Die Platte ist am 11. November erschienen und hat bereits in der ersten Woche die Top 10 der Schweizer Charts geknackt.

Universal Music
Fast fünf Jahre liegen seit diesem Album und dem Debüt «Our Version Of Events». «Das war eine ziemlich verrückte Zeit», sagt Sandé, als sie zurückblickt. Vor zwei Jahren liess sie sich von ihrem Mann Adam Gouraguine scheiden und besuchte ihre afrikanischen Verwandten in Sambia.

Fast fünf Jahre liegen seit diesem Album und dem Debüt «Our Version Of Events». «Das war eine ziemlich verrückte Zeit», sagt Sandé, als sie zurückblickt. Vor zwei Jahren liess sie sich von ihrem Mann Adam Gouraguine scheiden und besuchte ihre afrikanischen Verwandten in Sambia.

Universal Music

Emeli, seit deinem Debütalbum «Our Version Of Events» sind fast fünf Jahre vergangen. In dieser Zeit ist eine Menge passiert.

Auf jeden Fall. Ich bin zum Beispiel nach Sambia gereist, was durchaus ein lebensveränderndes Erlebnis war. Meine Familie dort zu besuchen, hat mir ein neues Selbstverständnis gegeben und mich auf den Boden zurückgeholt – das habe ich gebraucht.

Du hast dich vor zwei Jahren von deinem Mann Adam Gouraguine scheiden lassen.

Daran bin ich sehr gewachsen und ich habe gelernt, unabhängiger zu sein, weil ich zum ersten Mal auf mich alleine gestellt war. Ich musste herausfinden, wo mein Platz auf dieser Welt ist, was meine Aufgabe ist. Und ich habe mich neu in die Musik verliebt; ich habe wieder die Musik gehört, die damals überhaupt erst mein Interesse an der Musik geweckt hat.

Du hast dich neu in die Musik verliebt – wann hatten du und die Musik sich denn getrennt?

Wenn man singt, verfällt man in eine gewisse Routine. Man weiss, wie die Songs gehen und spult sie manchmal einfach ab. Ich brauchte unbedingt neue Lieder, die dem erwachsenen Menschen entsprechen, zu dem ich geworden bin. Ich kramte alte Musik hervor, egal aus welchem Genre. Ich habe viel Soul gehört, Gospel und sambische Musik, die mein Vater früher aufgelegt hatte. So kam die ursprüngliche Leidenschaft für die Musik zurück.

James Arthur im Interview vor seinem Showcase

Der englische Popstar James Arthur über sein neues Album «Back From The Edge», seinen grössten Man-Crush und bei wem sogar er noch vor Ehrfurcht erstarrt. <i>(Video: Simon Pittet/Custom Images, Interview: Schimun Krausz)</i>

Die ist auf deiner neuen Platte «Long Live the Angels» gut zu hören. Kommen die Gospel-Einflüsse auf dem Album eigentlich aus deiner Zeit in Sambia?

Teilweise auf jeden Fall. Meine Familie besteht aus lauter Sängern und Musikern, das fliesst in unserem Blut – auf dem Track «Tenderly» hört man sie sogar singen. Ich habe aber auch angefangen, mich hinzusetzen und die alten Alben von Aretha Franklin, Joni Mitchell und Lauryn Hill bewusst zu hören, auf Vinyl. Weil wenn man sie digital, zum Beispiel als Stream, konsumiert, kommt man nicht in dieselbe Stimmung. Ausserdem habe ich so Dinge gehört, die mir vorher nie aufgefallen waren.

Was macht für dich den Reiz von Vinyl aus?

Ich glaube, es ist der ganze Prozess, dass man es mit den Händen auflegt. Und dann, dass man dabei konzentrierter ist. Wenn man auf seinem Handy Musik hört, kommen gleichzeitig Nachrichten rein, der Kalender meldet sich, man checkt die sozialen Medien oder sieht sich irgendwas an – man schenkt der Musik nicht seine ganze Aufmerksamkeit. Und ich liebe es, der sich drehenden Platte zuzuschauen. Das sorgt für eine ganz andere Stimmung, die mich viel mehr reinzieht.

Vorhin hast du von deiner afrikanischen Familie gesprochen. Wie viele Verwandte von dir leben in Sambia?

Wohl etwa 30.

Das sind eine Menge Sandés.

Oh ja. Und weil sie wussten, dass ich sie besuchen werde, fuhren viele Verwandte von der Stadt raus ins Dorf meiner Familie.

Kannten sie deine Songs?

Ja, zum Beispiel «Next To Me». Und mein Vater hat ihnen meine «Live At The Royal Albert Hall»-DVD gezeigt. Ich glaube, als sie das sahen, realisierten sie erst die Dimensionen, in denen ich auftrete.

Hast du dir schon mal überlegt, mit deinen Verwandten zusammen aufzutreten?

Das wäre unglaublich. Mit diesem Album würde ich wirklich gerne in Südafrika, Sambia oder Kenia spielen. Eine kleine Tour dort unten wäre super, zusammen mit meiner Familie auf der Bühne.

The Showcase von 20 Minuten mit Emeli Sandé findet am Montag, 19. Dezember, im Zürcher Kaufleuten statt. Tickets dafür gibt es hier zu gewinnen.

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