Wer auf Wallisellen spuckt, zahlt 30 Franken
Aktualisiert

Wer auf Wallisellen spuckt, zahlt 30 Franken

Wallisellen setzt ab Juni
das rigoroseste Bussenregime der ganzen Schweiz um: Wer auf den Boden spuckt, einen Zigarettenstummel oder Kaugummi fallen lässt, riskiert eine Busse von 30 Franken.

Egal, von welcher Seite man Wallisellen ansteuert: Schon bei den Ortseinfahrten der Zürcher Gemeinde wird Auswärtigen auf Postern klargemacht: «Mir sind suuber.» Die Aktion sauberes Wallisellen prägt mittlerweile das Erscheinungsbild des ganzen Dorfes: Zum Beispiel sind sämtliche Abfallkübel aus Drahtgeflecht blütenweiss lackiert worden. «Die Farbe Weiss gehört zur Corporate Identity der Aktion», sagt Christian Schütz, Betriebsleiter Werkhof.

Ernsthaft durchgreifen will die Gemeinde ab Juni: «Unbelehrbare Litteringsünder kann nur der Griff in den Geldbeutel bekehren», heisst es in einer neuen Broschüre, die Aufschluss darüber gibt, welche Art von Strassenverunreinigung wie viel kosten wird. Spucken, achtloses Fallenlassen von Zigaretten, Kaugummis oder Abfall anderer Art werden mit 30 Franken gebüsst. Das Ignorieren eines vom eigenen Vierbeiner frisch gesetzten Haufens kostet 80 Franken. Diese Woche sind nun rote und gelbe Karten kreiert worden. Letztere kommen schon ab nächster Woche zum Einsatz und sollen die Bevölkerung auf den Ernstfall im Juni vorbereiten.

«Schritt weiter als alle anderen»

«Die Walliseller gehen mit ihrer Bussenordnung einen Schritt weiter als alle anderen in der Schweiz», sagt Niels Michel vom Kampagnen-Kollektiv gegen Littering. Andere Zürcher Gemeinden wie Winterthur oder neuerdings auch Illnau-Effretikon wollen zwar ebenfalls hart gegen Abfallsünder durchgreifen und erteilen sogar Bussen von 80 Franken (20 Minuten berichtete). Fürs Spucken beispielsweise wird man aber nur in Wallisellen zur Kasse gebeten.

Alexandra Roder

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