Wer baut die Schienen in den Gotthard-Basistunnel?
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Wer baut die Schienen in den Gotthard-Basistunnel?

Die SBB gibt Verkehrsminister Moritz Leuenberger einen Korb. Das Bahnunternehmen will die Verantwortung für die Bahntechnik im Gotthard-Basistunnel nicht übernehmen.

Die Bauherrin AlpTransit Gotthard AG (ATG) hatte den Einbau von Anlagen wie Geleisen, Stromversorgung, Telekommunikations- und Sicherheitsanlangen schon vor über einem Jahr ausgeschrieben. Inzwischen sind die Offerten eingegangen, der Vergabeentscheid soll dieses Jahr fallen, wie ATG-Sprecher Ambros Zgraggen am Dienstag sagte.

Ende 2006 schaltete sich aber Verkehrsminister Leuenberger ein, der wegen der Wirren um die Vergabe des NEAT-Bauloses Erstfeld unter Beschuss geraten war: Über sein Bundesamt für Verkehr (BAV) liess er die SBB anfragen, ob und unter welchen Bedingungen sie bereit wäre, die Verantwortung für die Bahntechnik im NEAT- Basistunnel zu übernehmen.

Zu der Aufgabe würden unter anderem Ausschreibung, Vergabe und Begleitung des Projekts gehören. Anfang Februar ist nun der abschlägige Bescheid der SBB gekommen, wie BAV-Sprecher Davide Demicheli am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. Diese sehe keinen Anlass, die Verantwortung für die Bahntechnik zu übernehmen.

«Verzögerungen unvermeidbar»

Die Antwort sei das Ergebnis umfangreicher Abklärungen, sagte SBB-Sprecher Roland Binz. Die Zusammenarbeit zwischen der ATG als Erstellerin und der SBB als zukünftige Betreiberin des Gotthard- Basistunnels sei klar geregelt: Die Verantwortung für die Bahntechnik und auch das Know-how liege bei der ATG.

Würde diese Verantwortung nun an die SBB übertragen, müssten die Aufgaben neu verteilt und die Modalitäten neu geregelt werden. «Dies hätte eine neue Ausschreibung der Bahntechnik und ganz sicher auch Projektverzögerungen zur Folge», sagte Binz.

Wie es nun weiter geht, ist unklar: Laut Demicheli wird die Antwort der SBB nun ausgewertet und das weitere Vorgehen festgelegt. Wie hoch die Kosten für die Bahntechnik sein werden, ist nicht bekannt. Es handelt sich um einen der grossen Unsicherheitsfaktoren bei den Endkosten des Jahrhundertbauwerks.

(sda)

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