Aktualisiert 05.01.2020 22:03

Slalom Zagreb7 Hundertstel fehlen Zenhäusern zum Sieg

Der Walliser muss sich nach der Führung im ersten Lauf im Slalom von Zagreb nur Clément Noël geschlagen geben. Es ist aus Schweizer Sicht das einzige Highlight.

von
mro

Das Duell um den Sieg im Slalom von Zagreb zwischen Zenhäusern und Noël.

Sieben Hundertstel. Mehr fehlten nicht zum Sieg. Als Ramon Zenhäusern den Rückstand aufleuchten sah, lachte er, irgendwie ungläubig, aber doch zufrieden. Er umarmte Clément Noël, den einzigen Mann, der in Zagreb schneller fuhr als er selbst. Und er gratulierte Alex Vinatzer, dem Junioren-Weltmeister, der es erstmals in einem Weltcup-Rennen auf das Podest schaffte. Noël wies den 20-jährigen Italiener bei der Siegerehrung dann auch an, wo er zu stehen hatte.

Zenhäusern sprach nach dem Rennen von einer riesigen Genugtuung. Und er sagte auch: «Es wäre vermessen, sich nun wegen 7 Hundertsteln zu beklagen. Ein Podestplatz bei diesem Niveau – da gibt es nichts nachzutrauern.» Der zweite Rang sei hervorragend, fand der 27-Jährige. Auch wenn vor dem zweiten Durchgang der Platz ganz oben auf dem Podest gewinkt hatte.

Zenhäusern war mit der Nummer 1 gestartet, bei keinem seiner Gegner leuchtete eine grüne Zeit auf, der Walliser verfolgte den Rest des ersten Laufs mit der Sonne im Gesicht im Leadersessel. Er sah, wie Alexis Pinturault fast ausschied, Henrik Kristoffersen taumelte, beide bei der gleichen Stelle – diesem Weg, der quer über die Piste führt und viele vor Probleme stellte. Nicht aber Zenhäusern.

Geschlagene Favoriten

Im zweiten Lauf wurde die tückische Stelle entschärft, was aber vor allem Kristoffersen erstaunlich wenig half. Der Norweger, neben Pinturault Top-Favorit auf den Sieg des Gesamtweltcups, haderte im Ziel, verwarf die Hände und schüttelte den Kopf, er fuhr lediglich auf Rang 19. Pinturault hielt den Schaden in Grenzen und wurde Neunter. Der Abend gehörte diesmal anderen, neben den Podestfahrern vor allem Armand Marchant und Lucas Braathen, Fünfter und Sechster, 22 und 19 Jahre jung.

Während Zenhäusern in Zagreb also für den ersten Schweizer Podestplatz überhaupt sorgte, enttäuschte der Rest seines Teams. Reto Schmidiger, Sandro Simonet und Luca Aerni schieden im ersten Lauf aus, Loïc Meillard war zu langsam. Tanguy Nef wurde 24., Daniel Yule war nur drei Positionen dahinter klassiert. Mit 2,10 Sekunden Rückstand. Damit wäre man im Rennen der Frauen vom Samstag Dritter geworden.

Resultat:

1. Clément Noël (FRA) 1:57,14. 2. Ramon Zenhäusern (SUI) 0,07 zurück. 3. Alex Vinatzer (ITA) 0,29. 4. André Myhrer (SWE) 0,39. 5. Armand Marchant (BEL) 0,49. 6. Lucas Braathen (NOR) 0,63. 7. Linus Strasser (GER) 0,71. 8. Manfred Mölgg (ITA) 0,77. 9. Alexis Pinturault (FRA) 0,97. 10. Simon Maurberger (ITA) 0,99. – 19. Henrik Kristoffersen (NOR) 1,36. 24. Tanguy Nef (SUI) 1,62. 27. Daniel Yule (SUI) 2,10.

Stand im Weltcup:

Gesamt (nach 15 von 44 Rennen): 1. Aleksander Kilde (NOR) 474. 2. Dominik Paris (ITA) 454. 3. Alexis Pinturault (FRA) 430. 4. Henrik Kristoffersen (NOR) 391. 5. Matthias Mayer (AUT) 362. 6. Beat Feuz (SUI) 361. – 11. Marco Odermatt (SUI) 222. 12. Mauro Caviezel (SUI) 217. 16. Loïc Meillard (SUI) 176. 26. Ramon Zenhäusern (SUI) 130. – Slalom (nach 3 von 12 Rennen): 1. Clément Noël (FRA) 180. 2. André Myhrer (SWE) 175. 3. Kristoffersen 162. 4. Zenhäusern 130. 5. Pinturault 129. 6. Yule 90. – 17. Meillard 50. 29. Sandro Simonet (SUI) 20. 30. Luca Aerni (SUI) 18.

Nationen(nach 28 von 86 Wertungen): 1. Österreich 3205. 2. Schweiz 3074. 3. Norwegen 2711. 4. Italien 2399. 5. Frankreich 2226. 6. USA 1724.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.