Aktualisiert 30.01.2018 16:17

Sechs Hunderternoten

Wer bezahlte an Guggenfest mit Blüten?

Bei der Feier einer Walliser Guggenmusik wurde mit Falschgeld bezahlt. Ein Gast bemerkte es, nun ermittelt die Polizei.

von
ber

Die Ermittlungen der Polizei gegen die Geldfälscher laufen. (Bild: Twitter)

Das 35-Jahr-Jubiläum der Guggenmusik Mesireccas aus Raron wäre wohl ein fröhlicher Anlass geworden. Doch Unbekannte nutzten das grosse Getümmel und den Stress der Barkeeper aus und bezahlten kurzerhand mit Falschgeld.

Wie der «Walliser Bote» am Dienstag berichtete, waren sechs gefälschte Hunderternoten an der Mesireccas-Night als Zahlungsmittel im Umlauf.

Kassen mit Taschenlampen ausgerüstet

Ein Besucher merkte am Freitagabend, dass hier etwas nicht stimmt: «Ein Gast nahm Kontakt mit uns auf und zeigte uns einen gefälschten Hunderter.» Diesen hatte er am Ball als Rückgeld erhalten. «Im schlechten Licht des Veranstaltungsorts war uns der falsche Hunderter nicht aufgefallen», erklärt ein Mitglied der Guggenmusik.

Bei der Schlusszählung nach Festende seien dann keine weiteren Blüten mehr aufgefallen. Für Samstag, den zweiten Abend der Festivitäten, wurden die Kassen mit Taschenlampen ausgerüstet, damit grosse Noten unter besserem Licht kontrolliert werden konnten.

«Mehrere Personen vernommen»

Die Massnahmen zeitigen Wirkung: Am Samstagabend wurden fünf weitere gefälschte Hunderternoten sichergestellt. Wieso die Falschgeld-Zahler nicht sofort vom Sicherheitsdienst angehalten wurden, wollte der Fasnachtsverein gegenüber 20 Minuten nicht sagen.

Im «Walliser Boten» liessen die Organisatoren lediglich verlauten: «Wir haben die Noten gesammelt und dem Sicherheitsdienst zur Aufbewahrung übergeben. Am Folgetag gingen wir dann zur Polizei und haben das Falschgeld im Wert von 600 Franken übergeben und eine Anzeige erstattet.»

Markus Rieder, Sprecher der Kantonspolizei Wallis, bestätigt: «Es wurden im Zusammenhang mit den sechs gefälschten Hundertern mehrere Personen vernommen.»

Fasnachtsanlässe beliebt

Das Geld sei beschlagnahmt worden und der Fall werde nun durch das Kommissariat für Falschgeld und die Bundesanwaltschaft in Zusammenarbeit mit der Kapo Wallis weiterverfolgt. Dass das Geld zurückerstattet wird, ist unwahrscheinlich. Die Eidgenössische Finanzverwaltung schreibt auf ihrer Website: «Falsche Banknoten und Umlaufmünzen werden ersatzlos eingezogen.»

Ausserdem warnt Rieder, dass Fasnachtsanlässe bei Fälschern sehr beliebt seien: «Solche Anlässe sind bei Veranstaltern mit viel Stress verbunden. Das wird gerne ausgenutzt, da das Geld nicht auf die Sicherheitsmerkmale geprüft wird.»

«Teilweise merkt mans schon beim Anfassen»

So rät Rieder, sich während der Festlichkeiten wirklich die Zeit zu nehmen, die Noten auf ihre Echtheit zu prüfen. Das betont auch Lulzana Musliu, Mediensprecherin von fedpol: «Es gibt Falschgeld, das sehr schlecht gedruckt ist, da merkt man schon beim Anfassen, dass es sich nicht um eine echte Note handelt.»

Bereits letzten Sommer war in der Region Falschgeld im Umlauf: In Thun und Bern tauchten damals ebenfalls falsche Hunderternoten auf.

Welche Beträge Falschgeld fliegen eigentlich pro Jahr in der Schweiz auf?

Im Jahr 2016 wurden in der Schweiz 8643 gefälschte Banknoten und Münzen sichergestellt; darunter 1205 Hunderter.

So gingen 2016 beim fedpol insgesamt 371'907 Franken Falschgeld ein.

Wie es in anderen Währungen oder den Jahren davor aussah sieht dies hier.

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