Bank vs. Versicherung: Wer bietet die günstigsten Hypotheken an?
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Bank vs. VersicherungWer bietet die günstigsten Hypotheken an?

Neben den Banken gewähren immer mehr auch Versicherungen Kredite für Wohneigentum. Doch wer hat bei den Konditionen für Hypotheken die Nase vorn? Ein Vergleich.

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Sandro Spaeth
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Viele Schweizer träumen von einem eigenen Haus.

Viele Schweizer träumen von einem eigenen Haus.

Keystone/Gaetan Bally
Das Eigenheim lässt sich im Moment zu rekordtiefen Konditionen realisieren. Die Zinsen für zehnjährige Festhypotheken liegen derzeit teilweise  bei unter 1,9 Prozent.

Das Eigenheim lässt sich im Moment zu rekordtiefen Konditionen realisieren. Die Zinsen für zehnjährige Festhypotheken liegen derzeit teilweise bei unter 1,9 Prozent.

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Versicherungen bieten ab Laufzeiten von sechs Jahren oder mehr meist die besseren Konditionen, Banken hingegen sind bei Laufzeiten von bis zu fünf Jahren kompetitiver.

Versicherungen bieten ab Laufzeiten von sechs Jahren oder mehr meist die besseren Konditionen, Banken hingegen sind bei Laufzeiten von bis zu fünf Jahren kompetitiver.

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Das eigene Haus oder die Eigentumswohnung lassen sich im Moment zu rekordtiefen Konditionen realisieren. Die Zinsen für zehnjährige Festhypotheken liegen derzeit bei 1,9 Prozent. Das ist in etwa dasselbe Niveau wie beim Allzeittief im Jahr 2012. Wer lediglich eine feste Hypothek über zwei Jahre abschliesst, kann sie derzeit zu Konditionen von 1,2 Prozent erhalten. Doch wer bietet grundsätzlich die günstigeren Konditionen, Banken oder Versicherungen?

20 Minuten liegen exklusiv Daten aus 1000 Offerten des Hypothekenvermittlers Moneypark aus der ersten Jahreshälfte vor, welche die Spezialisten bei rund 70 Anbietern eingeholt haben. Die Analyse der Offerten mit Laufzeiten zwischen zwei und zehn Jahren zeigt: Bei langfristigen Hypotheken stechen Versicherungen die Banken aus, und zwar im Durchschnitt um 0,2 Prozentpunkte. Bei einer 10-jährigen Festhypothek über eine Million Franken beträgt der jährliche Kostenunterschied 2000 Franken. Über die gesamte Laufzeit macht das 20'000 Franken aus (Amortisation nicht berücksichtigt).

Ab sechs Jahren ist Versicherung günstiger

Umgekehrt sind die offerierten Zinssätze der Banken bei kurzen Laufzeiten besser. Am grössten ist der Unterschied mit 0,3 Prozentpunkten im Schnitt bei dreijährigen Festhypotheken. Bei einem Hypothekarvolumen von einer Million Franken macht das jährlich 3000 Franken Unterschied, über die ganze Laufzeit 9000 Franken. Noch grösser wird der Unterschied, wenn man die jeweils am weitesten auseinanderliegenden Offerten vergleicht. So verlangte eine Bank für eine 10-Jahres-Festhypothek einen Zins von 2,66 Prozent, eine Versicherung hingegen lediglich 1,97 Prozent.

Die Auswertung der Moneypark-Daten zeigt: Versicherungen bieten ab Laufzeiten von sechs Jahren oder mehr meist die besseren Konditionen, Banken hingegen sind bei Laufzeiten von bis zu fünf Jahren kompetitiver. Worin liegt der Grund für die grossen Unterschiede? «Für die meisten Banken handelt es sich beim Hypothekargeschäft um einen Teil des Kerngeschäfts», erklärt Michael Hartmann, Vertriebsleiter bei Moneypark, 20 Minuten. Für Versicherer hingegen bedeute das Hypothekargeschäft eine langfristige Anlage der Prämiengelder, und sei leidglich ein Zusatzgeschäft. Zudem konzentrieren sich die die meisten Versicherer ausschliesslich aufs Geschäft mit Standardhypotheken, was die Beratungskosten senkt.

Hypotheken als Domäne der Banken

Zudem wenden die Versicherer oft strengere Regeln an, beispielsweise bei der Tragbarkeit: Die Kennzahl zeigt, wie stark das Bruttoeinkommen durch eine Zinsbelastung von durchschnittlich 5 Prozent plus Nebenkosten und Amortisation in der Höhe von je rund 1 Prozent belastet würde. «Banken akzeptieren bei der Tragbarkeit bisweilen auch Werte über 33 Prozent. Das hängt u. a. von Einkommensaussichten, Ausbildung und Alter ab», heisst es bei Moneypark. Versicherungen hingegen seien konservativer.

Obwohl die Versicherungen gute Offerten bieten, ist das Hypothekargeschäft in der Schweiz eine Domäne der Banken. Das geht aus der kürzlich veröffentlichten Retail Banking-Studie 2014 der Hochschule Luzern hervor. Demnach entfallen von den 917 Milliarden Franken an Hypothekarforderungen 870 auf Banken und nur 32 Milliarden auf Privatversicherer. Weitere 15 Milliarden sind bei Pensionskassen. Bei den Privatversicherern teilen sich Axa und Swiss Life über die Hälfte des Marktes. Die gesamten Hypothekarforderungen sind in der Schweiz zwischen 2008 und 2013 um einen Viertel gewachsen.

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