23.01.2015 19:21

Erhöhtes Risiko

Wer Böses twittert, stirbt früher

Hasserfüllte Äusserungen junger Erwachsener auf Twitter lassen auf Stress schliessen. Sie sind ein Indiz für Herzerkrankungen, wie eine Studie belegt.

Tweets mit negativem Inhalt sagen mehr über das Risiko von Herzerkrankungen aus als Rauchen oder Diabetes.

Tweets mit negativem Inhalt sagen mehr über das Risiko von Herzerkrankungen aus als Rauchen oder Diabetes.

Wer sich auf dem Kurznachrichtendienst Twitter negativ äussert, ist anfälliger für Herzerkrankungen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universität von Pennsylvania, die im Journal «Psychological Science» veröffentlicht wurde.

Speziell Kraftausdrücke und Wörter wie «hassen» werden mit einem erhöhten Risiko für derartige Erkrankungen assoziiert, wie ein Forscherteam um Johannes Eichstaedt herausfand. Auch Tweets, die von Langeweile zeugen, oder wenn ein Verfasser etwa keinen Grund sieht, morgens aufzustehen, werden mit diesem Risiko in Verbindung gebracht. Twittert man hingegen in emotional positiven Worten und verwendet Ausdrücke wie «wunderbar» (engl. «wonderful») oder «Freunde», ist das Risiko eines Herzleidens geringer.

Hass färbt ab

Die Ergebnisse der Studie sagen nichts über die Wahrscheinlichkeit von Herzerkrankungen einzelner Twitter-Nutzer aus. Wohl aber über das allgemeine Risiko innerhalb der Community, in der sie twittern. «Die Menschen, die twittern, sind nicht diejenigen, die sterben. Allerdings zeigen die Tweets junger Erwachsener Charakteristika ihrer Community auf», so die Autoren der Studie. «Sie widerspiegeln ein gemeinsames ökonomisches, physisches und psychologisches Umfeld.»

Indem sie nach Ausdrücken in Zusammenhang mit Stress suchten, betrachteten die Wissenschaftler den Nachrichtendienst als Fenster zum psychologischen Befinden einer bestimmten Region. «Sind Leute in der Community sauer, stecken sie andere mit ihrem Ärger an», sagt Studienleiter Eichstaedt.

Aussagekräftiger als Rauchen

Er und sein Team untersuchten zufällig ausgewählte, öffentliche Tweets, die zwischen 2009 und 2010 verfasst worden waren. Dabei berücksichtigten sie nur Meldungen, bei denen die Wohnorte der Verfasser bekannt waren.

Die Tweets verglichen die Wissenschaftler mit Gesundheitsdaten aus 1300 Countys in den USA. Zudem berücksichtigten sie Variablen wie Einkommen und Bildung. Eichstaedt und sein Team kamen zum Schluss, dass Twitter mehr über die Anfälligkeit für Herzkrankheiten aussagt, als wenn man das Risiko anhand der Faktoren Rauchen, Diabetes und Fettleibigkeit vorherzusagen versucht.

Weil die Vögel es nicht von den Dächern zwitschern

20 Minuten Digital ist auch auf Twitter vertreten. Folgen Sie uns und entdecken Sie neben unseren Tweets das Aktuellste und Unterhaltsamste von anderen News-Sites.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.