29.04.2014 04:14

Stift oder Tastatur?

Wer clever ist, schreibt mit der Hand

Wer bei Vorträgen mitschreibt, sollte besser zum Kugelschreiber greifen, als in die Tasten zu tippen. Handschriftlich Notiertes bleibt besser hängen.

von
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Wer sich mehr merken will, sollte in Vorträgen besser zum Stift greifen als zum Computer.

Wer sich mehr merken will, sollte in Vorträgen besser zum Stift greifen als zum Computer.

Laptops sind heute in Hörsälen allgegenwärtig. Doch manchen Dozenten sind sie ein Dorn im Auge. Sie befürchten, die Studierenden würden im Schutze des Bildschirms anderes tun, als eifrig mitzuschreiben – Solitaire spielen zum Beispiel oder E-Mails schreiben.

Aber auch, wenn die in die Tasten tippenden Studenten den Ausführungen folgen, bleibt vom Vortrag nicht allzu viel hängen. Das berichten Psychologen von den Universitäten Princeton und Kalifornien im Fachjournal «Psychological Science».

Den Studenten auf den Zahn gefühlt

Für ihre Studie baten Pam Mueller und Daniel Oppenheimer 65 Studenten in ihr Labor und spielten ihnen fünf Vorträge vor, in denen Wissenschaftler, Politiker oder Prominente in einer Viertelstunde zu einem bestimmten Thema referierten. Die Testpersonen wurden aufgefordert, die Inhalte mitzuschreiben – die eine Gruppe am Computer, die andere mithilfe von Stift und Papier.

Anschliessend mussten die Probanden Aufgaben lösen, die ihr Kurzzeitgedächtnis auf eine andere Fährte führen sollten. Erst danach wurden die Inhalte der Videos überprüft. Dabei zeigte sich, dass es punkto faktischer Fragen – beispielsweise «Vor wie vielen Jahren existierte die Indus-Kultur?» – keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen gab.

Stift schlägt Tastatur

Anders sah es bei Fragen aus, die das konzeptuelle Verständnis betrafen, etwa «Inwiefern unterscheiden sich Japan und Schweden punkto Gleichheit in ihren Gesellschaften?» Hier schnitten die Teilnehmer deutlich besser ab, die per Hand mitgeschrieben hatten. Auch eine Woche später liess sich dieser Effekt noch deutlich nachweisen, wie es in einer Mitteilung heisst.

Weitere Erkenntnis: Auch wer das Gesagte nicht wortwörtlich, sondern nur sinngemäss notiert hatte, konnte sich hinterher besser erinnern. Das, so schätzen die Forscher, hänge wieder vom genutzten Medium ab. Denn möglicherweise verleite der Laptop eher zum mechanischen Mittippen, ohne mitzudenken.

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