Seilbahn-Drama am Lago Maggiore - Wer darf Eitan (5) adoptieren? – Angehörige streiten vor Gericht
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Seilbahn-Drama am Lago MaggioreWer darf Eitan (5) adoptieren? – Angehörige streiten vor Gericht

Nachdem der fünfjährige Bub im Mai seine Eltern beim Gondel-Absturz in Norditalien verlor, haben nun Angehörige des Vaters sowie der Mutter das Sorgerecht beantragt.

von
Karin Leuthold
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Der fünfjährige Eitan lebt seit der Entlassung aus dem Spital am 9. Juni 2021 bei seiner Tante Aya in Pavia.

Der fünfjährige Eitan lebt seit der Entlassung aus dem Spital am 9. Juni 2021 bei seiner Tante Aya in Pavia.

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Aya ist eine Schwester von Eitans Vater Amit. Aber auch der Vater von Eitans Mutter Tal hat vor Gericht das Sorgerecht für den Kleinen beantragt.

Aya ist eine Schwester von Eitans Vater Amit. Aber auch der Vater von Eitans Mutter Tal hat vor Gericht das Sorgerecht für den Kleinen beantragt.

Quelle: Screenshot TGcom 24
Beim Seilbahnunglück am Lago Maggiore hatte der Bub seine beiden Eltern, seinen jüngsten Bruder (2) sowie zwei Urgrosseltern verloren. Die israelische Familie Biran lebte seit Jahren in Italien.

Beim Seilbahnunglück am Lago Maggiore hatte der Bub seine beiden Eltern, seinen jüngsten Bruder (2) sowie zwei Urgrosseltern verloren. Die israelische Familie Biran lebte seit Jahren in Italien.

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Darum gehts

  • Zweieinhalb Monate nach dem Seilbahnunglück von Stresa wohnt Eitan Biran (5) bei seiner Tante Aya in Pavia.

  • Der Bub ist der einzige Überlebende des Gondelabsturzes am Monte Mottarone.

  • Die Familie von Eitans verstorbener Mutter Tal hat einen Sorgerechtsantrag für Eitan gestellt.

  • Der Fall landet im September vor Gericht.

Der fünf Jahre alte Eitan Biran hat Unsägliches durchgemacht: Am vergangenen Pfingstsonntag hatte der Bub seine Eltern, seinen kleinen Bruder Tom und seine Urgrosseltern beim Gondelunglück am norditalienischen Monte Mottarone verloren, nun wird er auch in einen Familienstreit hineingezogen. Denn sowohl seine Tante Aya, Schwester von Eitans Vater Amit, sowie seine Grosseltern mütterlicherseits haben das Sorgerecht um das Waisenkind beantragt.

Aya Biran hatte sich sofort nach dem Unfall um Eitan gekümmert. Sie war es, die an seiner Seite sass, als der Junge Tage später aus dem Koma erwachte, sie war es, die ihn nach der Entlassung aus dem Spital zu sich nach Hause nahm. Aya wohnt seit Jahren in Pavia südlich von Mailand, sie hat selber Kinder im ähnlichen Alter wie Eitan.

Der Fall landet im September vor dem Jugendgericht in Turin

Wie die italienische Zeitung «Il Tempo» berichtet, reiste wenige Wochen nach dem Unglück der Vater von Eitans Mutter Tal aus Israel an, um ebenfalls einen Sorgerechtsantrag zu stellen. Nachdem es in einer ersten Phase keine Einigung zwischen den Parteien gab, landet der Fall nun vor einem Jugendgericht in Turin. Im September soll darüber entschieden werden, welcher Familie Eitan gegeben wird.

Ein Team von Ärzten und Psychologinnen betreut seit dem Unfall den Kleinen. Kürzlich versuchten die Experten und Expertinnen Eitan zu fragen, bei wem er lieber wohnen würde: bei seiner Tante Aya oder bei seinen Grosseltern. Die naive Reaktion des Buben liess alle sprachlos: «Ich möchte bei Mama und Papa sein.»

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