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Moppel-MobbingWer dick ist, hat nichts zu lachen

Schwergewichtige Personen sollen höhere Krankenkassen-Prämien bezahlen. Zumindest nach dem Willen von 40 Prozent aller Teilnehmer einer Umfrage auf 20 Minuten Online.

von
rre

Sie bieten dem Schlankheitswahn Kontra: Beth Ditto, Sängerin der Band Gossip (Foto), oder die äusserst adipöse Schauspielerin Mo'Nique, die für ihre Nebenrolle im Kinostreifen «Precious» einen Oscar bekam. Nichts als eine gelungene Medieninszenierung mit magerem Bezug zur Realität? Das Gefühl, aufgrund ihres riesigen Leibesumfangs «in» zu sein, kennen die fast 40 Prozent aller leicht bis extrem übergewichtigen Teilnehmer unserer Erhebung selbst jedenfalls nicht: Fast zwei Drittel dieser korpulent Gebauten, fühlen sich alles andere als rundum wohl und wären lieber schlank(er).

Fies von Kindesbeinen an

Übergewichtige bieten viel Angriffsfläche und die wird von einigen Personen gerne genutzt. So gaben 38 Prozent aller 1459 Teilnehmer an, mindestens einmal eine Person wegen ihres übermässigen Körperumfangs diskriminiert zu haben. Mit einem Anteil von über 50 Prozent stehen die Männer beim Moppel-Mobbing an vorderster Front. Bei den meisten ist das aber - egal ob Mann oder Frau - lange her: 21 Prozent waren als Kind fies zu Menschen mit auffälliger Körperfülle. 17,5 Prozent behielten dieses Verhalten bei und waren oder sind auch im Erwachsenalter gemein zu Übergewichtigen.

«Ein/e stark Beleibte/r? Geht gar nicht!»

Dabei kommt es doch eigentlich auf die inneren Werte an. Wie stehts also mit dem Interesse an einem sehr molligen Partner, der mit «grosszügigen Platzverhältnissen» zur Entfaltung eines guten Charakters ausgestattet ist? Fehlanzeige! Mehr als die Hälfte (51 Prozent) aller Befragten finden: «Ein/e stark Beleibte/r? Nein, das geht gar nicht. Er/sie muss schlank sein!» Doch mit «schlank» sind hier – wohlgemerkt – keine von Magersucht Gezeichneten gemeint: Mehr als ein Viertel unserer User greift nicht gerne ins Leere – für sie solls nicht zuviel, aber ruhig ein bisschen mehr sein. Nur einem Fünftel ist die Figur egal, Hauptsache, der Charakter stimmt.

Wer mehr wiegt soll mehr bezahlen?

Zum Glück zählt das nicht im Berufsleben - oder etwa doch? Wehe dem, der an sie gerät, die zwölf Prozent der Teilnehmer, die einen minder qualifizierten Schlanken einem gut ausgebildeten Beleibten vorziehen würden. Ob dieses Ergebnis durch die Furcht vor Arbeitsausfällen als Folge von Herzkreislauferkrankungen und gewichtsbedingten Gelenkbeschwerden zustande kam? Über 40 Prozent aller Befragten fanden, dass Übergewichtige höhere Krankenkassen-Prämien bezahlen sollten, als Schlanke.

Klischee vom «lustigen Dicken»

Bleibt zu hoffen, dass den Menschen jenseits eines BMI von 30 der Humor nicht abhanden gekommen ist. Schliesslich heisst es: «Je mehr Speck auf den Rippen, desto lustiger eine Person.» Das halten allerdings drei Viertel aller Teilnehmer für «ein dummes Klischee». Nicht einmal zehn Prozent finden, dass sich Humor mit Körperfett aufwiegen lässt. Wem bleibt bei derartigen Umfrage-Resulaten nicht das Lachen im Halse stecken?

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