Aktualisiert 10.10.2018 15:22

Belohnung für Bewegung

Wer die Schritte zählt, soll weniger Prämien zahlen

CVP-Nationalrätin Ruth Humbel fordert, dass Versicherte, die ihre Aktivitäten dokumentieren, belohnt werden. Experten warnen vor Risiken.

von
anp
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Für CVP-Nationalrätin Humbel ist das Problem klar: «Das Gesundheitswesen legt den Fokus zu stark auf das Kurieren von Krankheiten», sagt sie. Versicherungstechnisch fehle einen Anreiz, sich gesund zu verhalten, kritisiert die Nationalrätin gegenüber der «Aargauer Zeitung».

Für CVP-Nationalrätin Humbel ist das Problem klar: «Das Gesundheitswesen legt den Fokus zu stark auf das Kurieren von Krankheiten», sagt sie. Versicherungstechnisch fehle einen Anreiz, sich gesund zu verhalten, kritisiert die Nationalrätin gegenüber der «Aargauer Zeitung».

Keystone/Georgios Kefalas
In einer Motion fordert die Aargauer Nationalrätin Ruth Humbel ein neues Prämienmodell der Krankenkassen: Menschen, die nachweislich Massnahmen zur Erhaltung der eigenen Gesundheit treffen - etwa ihre Schritte durch eine App auf dem eigenen Smartphone aufzeichnen -, sollen mit tieferen Kosten belohnt werden.

In einer Motion fordert die Aargauer Nationalrätin Ruth Humbel ein neues Prämienmodell der Krankenkassen: Menschen, die nachweislich Massnahmen zur Erhaltung der eigenen Gesundheit treffen - etwa ihre Schritte durch eine App auf dem eigenen Smartphone aufzeichnen -, sollen mit tieferen Kosten belohnt werden.

Keystone/Alessandro Della Valle
Wer seine Schritte im Auge behält, soll weniger Prämien zahlen.

Wer seine Schritte im Auge behält, soll weniger Prämien zahlen.

Keystone/AP/Anthony Rosenberg

In einer Motion fordert die Aargauer Nationalrätin Ruth Humbel ein neues Prämienmodell der Krankenkassen: Menschen, die nachweislich Massnahmen zur Erhaltung der eigenen Gesundheit treffen – etwa ihre Schritte durch eine App auf dem eigenen Smartphone aufzeichnen –, sollen mit tieferen Kosten belohnt werden, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet.

Für Humbel ist das Problem klar: «Das Gesundheitswesen legt den Fokus zu stark auf das Kurieren von Krankheiten», sagt sie. Versicherungstechnisch fehle ein Anreiz, sich gesund zu verhalten, kritisiert die Nationalrätin gegenüber der Zeitung.

Die Lösung liege nahe: Wer ein Smartphone besitze, habe meistens auch eine Gesundheits-App installiert. Sie schreibt dazu in ihrem Vorstoss: «Versicherte sollen belohnt werden, die nachweislich Massnahmen zur Erhaltung ihrer Gesundheit treffen (Schrittzähler, Blutdruckmessung) und die Daten in ihr elektronisches Patientendossier einstellen, sofern sie dies wollen und dies im Rahmen einer besonderen Versicherungsform wählen.»

Krankenkassen testen Idee bereits

Versicherte müssten demnach einem elektronischen Patientendossier zustimmen und die Krankenkassen ein entsprechendes Versicherungsmodell anbieten. Humbel fordert deshalb, dass der Bundesrat dem Parlament eine entsprechende Rechtsgrundlage vorlegt.

Für Krankenkassen ist die Idee nicht neu: Die drittgrösste Versicherung, die Helsana, belohnt bereits Kunden, die regelmässig joggen, ein Fitness-Abo haben oder in die Ernährungsberatung gehen und das auf ihrem Smartphone dokumentieren – auch wenn sie nur eine Grundversicherung haben. Bis zu 75 Franken jährlich erhalten solche Versicherte als Bonus in einem Punktesystem. Für andere Krankenkassen wie die CSS gehört die Schrittentschädigung zu einem freiwilligen Angebot der Zusatzversicherung. Die Idee dahinter: Wer viel über seinen Gesundheitszustand weiss, könne drohende Krankheiten früher erkennen und neige dazu, einen gesünderen Lebensstil zu pflegen.

Idee nicht unumstritten

Laut einer Studie der Stiftung für Technologiefolgen birgt die digitale Selbstvermessung aber auch Risiken. Wer etwa nicht eine bestimmte Anzahl Schritte zurücklege, laufe Gefahr, von Versicherungsvorteilen ausgeschlossen zu werden. Vielen Apps mangle es noch an den notwendigen Qualitätsstandards und die Daten des elektronischen Patientendossiers stellten einen erheblichen Eingriff in die Privatsphäre des Patienten dar.

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