Aktualisiert 29.03.2020 10:12

Neue Tests

«Wer diese Antikörper hat, kann wieder arbeiten»

Neue Antikörpertests zeigen an, wer bereits Covid-19 überstanden hat und immun ist. Sie sollen in der Schweiz im grossen Stil eingesetzt werden.

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Das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 sorgt für einen weitgehenden Stillstand des öffentlichen Lebens.

Das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 sorgt für einen weitgehenden Stillstand des öffentlichen Lebens.

Keystone/Alexandra wey
Doch dank neuen Entwicklungen könnte dies bald schon peu à peu zurückkehren. So zeigen Antikörpertests an, wer bereits Covid-19 überstanden hat und immun ist.

Doch dank neuen Entwicklungen könnte dies bald schon peu à peu zurückkehren. So zeigen Antikörpertests an, wer bereits Covid-19 überstanden hat und immun ist.

iStock/Vladimir Borovic/Symbolbild
Die Hoffnung in die Tests ist gross: Diejenigen, bei denen Antikörper nachgewiesen würden, könnten dann gefahrlos auf Kontaktsperren verzichten und in ihre Berufe zurückkehren, so die Idee.

Die Hoffnung in die Tests ist gross: Diejenigen, bei denen Antikörper nachgewiesen würden, könnten dann gefahrlos auf Kontaktsperren verzichten und in ihre Berufe zurückkehren, so die Idee.

AP/Thomas Kienzle/Symbolbild

Eine Covid-19-Infektion kann völlig unbemerkt ablaufen. Deshalb planen Länder wie Österreich, Deutschland oder Grossbritannien den flächendeckenden Einsatz sogenannter Antikörpertests. Auch die Schweiz hat sich dazu entschieden.

Die Hoffnung in die Tests ist gross: Diejenigen, bei denen Antikörper nachgewiesen würden, könnten dann gefahrlos auf Kontaktsperren verzichten und in ihre Berufe zurückkehren, so die Idee. Besonders für Spitäler wäre es wertvoll zu wissen, welche Mitarbeiter bereits immun seien. Sie müssten bei der Pflege von Covid-19-Patienten keine Angst mehr davor haben, sich zu infizieren.

Art der Antikörper sind wichtig

Das grosse Testen könnte in der Schweiz schon kommende Woche beginnen, so Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit am Samstag. Sobald die Testkits vorhanden seien, würden sie auch «mit Sicherheit breit eingesetzt.»

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Gemäss «Tages-Anzeiger» werden derzeit die ersten Tests an Schweizer Labors geliefert, die solche Antikörper nachweisen. Bei den meisten Verfahren seien dies jene des Typs Immunglobulin G (IgG), bei anderen auch jene des Typs A (IgA, siehe Box).

Das spricht laut Beda M. Stadler, emeritierter Immunologe von der Universität Bern, für eine hohe Aussagekraft der Tests: «Wer diese beiden Antikörper aufweist, ist mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit immun und kann wieder ganz normal am Leben teilhaben.» Auch arbeiten liege wieder drin. Anders als andere Antikörpertypen wie etwa IgM bildeten sich diese nämlich erst nach überstandener Infektion.

Todesrate besser berechnen

Um den hohen Bedarf an Antikörpertests zu decken, bezieht die Schweiz diese von verschiedenen Anbietern. Wie viele dies sein werden, ist offen. Doch laut «Tages-Anzeiger» sollen es mehrere Hundert bis mehrere Tausend Tests pro Lieferant und Woche sein. Entsprechend viel dürfte dann auch getestet werden.

Doch nicht nur für die Menschen und die Wirtschaft, sondern auch für die Wissenschaft sind die Antikörpertests wertvoll. Schliesslich lässt sich mit ihrer Hilfe erstmals abschätzen, wie viele Menschen sich mit Sars-CoV-2 infizieren, ohne Symptome zu haben. Daraus lässt sich dann wiederum ableiten, wie hoch die Rate der schweren Verläufe und der Todesfälle ist.

Auch der Neuropathologe Adriano Aguzzi vom Universitätsspital Zürich (USZ) möchte mit seinen diese Woche lancierten Antikörpertests auch offene Fragen der Wissenschaft klären.

Was sind Immunglobuline?

Immunglobulin (Ig) sind Antikörper. Als solche bezeichnet man verschiedene Eiweisse, die eine wichtige Rolle bei der Abwehr von fremden Substanzen im Körper spielen. Sie kommen in verschiedenen Formen mit unterschiedlichen Funktionen vor, etwa als Immunglobulin G oder A. Ersteres wirkt vor allem gegen Viren und Bakterien. Letzteres ist vor allem für die Abwehr von Erregern an Schleimhautoberflächen zuständig.

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