Feministische Aktion: Wer Dornröschen weckt, darf sie heiraten
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Feministische AktionWer Dornröschen weckt, darf sie heiraten

Sie suchen eine Frau? Das ist Ihre Chance: Wenn eine der ukrainischen Schönheiten die Augen beim Küssen öffnet, wird geheiratet. Klingt komisch? Ist ja auch Kunst.

von
nik

Eine Gruppe schlafender Frauen wartet darauf, von ihrem Prinzen wachgeküsst zu werden. Doch im Gegensatz zum Vorbild Dornröschen sind die Damen nicht mit einem Fluch belegt – sondern Teil einer Kunstaktion. Und statt 100 Jahre in einem Schloss zu warten, liegen sie vom 22. August bis zum 9. September im Nationalen Kunst Museum der Ukraine in Kiew. Doch damit ist schon genug mit Unterschieden: Wenn Dornröschen durch den Kuss eines Besuchers die Augen öffnet, sprich erwacht, dann wird geheiratet.

Vertragliche Verpflichtung

Dazu müssen die Museumsbesucher einen Vertrag unterschreiben. Darin steht: «Wenn ich die Schönheit küsse und sie die Augen öffnet, dann heirate ich sie.» Auch die Dornröschen selber haben ein entsprechendes Dokument unterschrieben.

Der Künstler sieht das ganze als feministische Aktion: «Im Märchen musste Dornröschen den Prinzen heiraten – sie hatte keine Wahl. Doch hier entscheidet Dornröschen selber, ob sie die Augen öffnen will», so Taras Polataiko.

«Nichts gespürt»

Fragt sich nur, wie man der schönen Frau auf die Sprünge helfen kann. Einer der Küsser beschreibt, wie er die Kunst erlebt hat: «Ich wollte ihr Wesen spüren. Ich wollte sie nicht unbedingt mal sehen. Ich wollte sie spüren, mit meinem Herzen. Doch ich habe nichts gespürt.»

Schade. in diesem Fall hat es nicht geklappt. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt, wie eines der Dornröschen erklärt: «Wenn es meine wahre Liebe ist, werde ich das intuitiv spüren. Spüre ich es nicht, werde ich meine Augen nicht öffnen.» Und weiter: «Im Leben kann alles passieren. Das Schicksal schlägt plötzlich zu. Was, wenn es der einzige Weg wäre, um meinen Seelenverwandten zu treffen?»

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