Sparkampagne: Wer Energie verschwendet, könnte künftig im Gefängnis landen

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SparkampagneWer Energie verschwendet, könnte künftig im Gefängnis landen

Am 31. August hat der Bund seine Kampagne «Energie ist knapp. Verschwenden wir sie nicht.» vorgestellt. Sollte es im Herbst zu einer Mangellage kommen, drohen harte Massnahmen.

von
Dominik Fischer
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Wer im Winter die Heizung zu weit aufdreht, dem drohen Strafen. 

Wer im Winter die Heizung zu weit aufdreht, dem drohen Strafen. 

20min/Simon Glauser
Der Bund informiert nun im Rahmen einer landesweiten Sparkampagne, wie die Bevölkerung Energie einsparen kann.

Der Bund informiert nun im Rahmen einer landesweiten Sparkampagne, wie die Bevölkerung Energie einsparen kann.

20min/Celia Nogler
So empfiehlt der Bund, zu duschen statt zu baden …

So empfiehlt der Bund, zu duschen statt zu baden …

Photononstop

Darum gehts

  • Der Bund ruft Bevölkerung und Wirtschaft zum Energiesparen auf. 

  • Bei Verstössen gegen die Gasverordnung drohen gar Freiheits- und Geldstrafen.

  • Zu Strafen könne es bereits kommen, wenn Privatpersonen die Heizung zu weit aufdrehen. 

  • Die Polizei will die Verordnungen jedoch «mit Augenmass umsetzen».

Der Bund versucht mit einer landesweiten Kampagne, die Versorgungssicherheit im Energiebereich in der Schweiz zu erhöhen. Die Bevölkerung und die Wirtschaft werden zum Sparen aufgerufen. Privatpersonen empfiehlt der Bund unter anderem, zu duschen statt zu baden und mit Deckel zu kochen.

Sollte es im Winter zu einer Mangellage kommen, werden sich die Massnahmen weiter verschärfen und sich die Spar-Empfehlungen und Spar-Appelle umwandeln. Wie der «Blick» berichtet, darf dann in mit Gas geheizten Gebäuden nur noch auf maximal 19 Grad geheizt werden und Warmwasser nur noch auf 60 Grad erhitzt werden. Heizstrahler wären verboten, Saunas und Schwimmbecken müssten kalt bleiben. 

Freiheitsstrafen sind möglich

Wer gegen die Vorgaben verstosse, dem drohe gemäss dem Bundesgesetz über die wirtschaftliche Landesversorgung eine Freiheits- oder Geldstrafe. Bei vorsätzlichem Handeln sei eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder Geldstrafe möglich. Selbst bei fahrlässigen Verstössen gegen die Massnahmen sei eine Geldstrafe von bis zu 180 Tagessätzen denkbar.

Der Sprecher des Wirtschaftsdepartements (WBF) Markus Spörndli betont: «Verstösse gegen das Landesversorgungsgesetz sind stets Vergehen oder punktuell sogar Verbrechen und sind von Amtes wegen durch die Kantone zu verfolgen». So kann es bereits zu Strafen kommen, wenn Privatpersonen die Heizung zu weit aufdrehen. Jedoch nur, «wenn das Vergehen gemeldet und kontrolliert würde und in der Folge auch bewiesen werden könnte», so Spörndli.

«Wir sind kein Polizeistaat»

Polizeikontrollen, die patrouillieren, dass sich Wirtschaft und Bevölkerung an die Sparmassnahmen halten, wären bei einer Mangellage ebenfalls nicht ausgeschlossen. So sagte der Wirtschaftsminister Guy Parmelin in der Medienkonferenz vom letzten Mittwoch: «Die Polizei geht nicht bei jedem vorbei – es kann aber punktuelle Kontrollen geben».

Jedoch betonte er: «Wir sind kein Polizeistaat». Eine Jagd auf Energieverschwender solle es somit nicht geben. Auch der oberste Polizeidirektor Freddy Fässler betonte auf Blick-Anfrage, er wolle nicht, dass die Energiepolizei von Tür zu Tür schreitet, sondern stattdessen «die Verordnung mit Augenmass umsetzen». 

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