Aktualisiert 29.04.2008 15:39

Wer früher raucht, ist länger tot

Wer bereits in jungen Jahren mit dem Rauchen beginnt, verkürzt seine Lebenserwartung in weitaus grösserem Masse als bisher von Medizinern angenommen.

von
Olaf Kunz

Wer bereits im Alter von 14 oder 15 Jahren mit dem Rauchen anfängt, verkürzt seine Lebenserwartung möglicherweise um mehr als 20 Jahre. «Bislang galt, dass Raucher im Durchschnitt eine um zehn Jahre geringere Lebenserwartung haben. Aber wie wir jetzt wissen, gilt das nur für Raucher, die erst im Erwachsenenalter begonnen haben», zitiert welt.de den Chefarzt an der Lungenfachklinik bei Kassel, Stefan Andreas. Wer bereits im Alter von 14 oder 15 Jahren mit dem Rauchen anfängt, verkürzt seine Lebenserwartung möglicherweise sogar um mehr als 20 Jahre.

«Karzinom mit 50»

Diese konkrete Zahl will Professor Erich W. Russi, Direktor der Klinik für Pneumologie an der Universitätsklinik in Zürich, so nicht bestätigen. Aus seiner praktischen Erfahrung weiss er aber, dass Raucher, die schon früh dem blauen Dunst verfallen, eine deutlich geringere Lebenserwartung haben. «Wer als Jugendlicher schon regelmässig raucht, bekommt später sehr häufig Probleme mit der Lunge und Karzinome», warnt der Mediziner. Die meisten Gesundheitsprobleme treten bei den über 50-Jährigen auf.

Weniger jugendliche Raucher

Eine aktuelle Umfrage von 20minuten.ch zeigt, dass immerhin 27 Prozent aller Raucher in der Schweiz bereits mit 16 oder früher geraucht haben. Doch der Raucheranteil in der Gruppe der 14- bis 19-jährigen Schweizer ist von 29 Prozent in den Jahren 2001/02 auf 25 Prozent in den Jahren 2004/05 gesunken, wie aus den offiziellen Statistiken des Bundesamts für Gesundheit hervorgeht. Die Ergebnisse einer Schweizerischen Schülerbefragung weisen diesen Trend aus. Laut der Studie rauchten im Jahr 2006 rund 15 Prozent der 15-Jährigen mindestens wöchentlich und 10 Prozent täglich. Damit hat die Zahl der 15-jährigen Rauchenden deutlich abgenommen.

Sensibler für Dunst

Die Gründe für den Rückgang der Raucherquote sieht der Leiter der Schülerstudie, Holger Schmid, in der verstärkten Sensibilisierung der Bevölkerung für den Nichtraucherschutz durch Präventionskampagnen und der breiten Debatte in Medien und Politik: «Es gab in letzter Zeit sowohl auf nationaler wie auf kantonaler Ebene sehr viele politische Vorstösse im Bereich Tabakprävention, und in zahlreichen europäischen Ländern wurden Massnahmen zum Schutz vor dem Passivrauchen erfolgreich durchgesetzt.» Das könnte weitreichende Auswirkungen auf die Raucherstatistiken in den kommenden Jahren haben. Denn «viele Jugendliche, die regelmässig rauchen, rauchen auch als Erwachsene. Je früher mit dem Rauchen angefangen wird, desto wahrscheinlicher ist auch später gewohnheitsmässiges Rauchen», fasst Monique Helfer, Mediensprecherin der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme aktuelle Statistiken zusammen.

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