Aktualisiert 09.12.2008 16:53

ArztserienWer hat Angst vor Dr. House?

Haben Sie heute mehr Respekt vor einem bevorstehenden Spitalaufenthalt als noch vor einigen Jahren? Dann ist es ratsam, das eigene TV-Konsumverhalten einmal genauer zu überprüfen.

Das Ärzte- und Pflegepersonal der Serien «Grey's Anatomy», «Emergency Room» oder «Dr. House» erfreut sich quotentechnisch bester Gesundheit. Doch die regelmässig selbst verordneten Spitalbesuche bergen Gefahren. Das zumindest behaupten Wissenschaftler, die im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie eine Studie durchführten. Das Ergebnis: Die Angst kommt aus der Flimmerkiste. So sollen Zuschauer, die sich regelmässig ins fiktive Geschehen von Spitalserien zappen, mehr Angst vor Operationen und Krankenhausaufenthalten haben. Als möglichen Grund für den gesteigerten Respekt vor medizinischem Personal in weissen Kitteln und Spitalbetten sehen die Forscher den überspitzt dramatisch dargestellten Spitalalltag der Serien.

Runterkommen in der Schwarzwaldklinik

Dass sich die Drehbücher von Krankenhausmehrteilern in punkto Dramaturgie in den vergangenen Jahren tendenziell zu actiongeladenen TV-Happenings verändert haben, zeigt ein Blick zurück in die 80er Jahre: Damals

gings in der privatfernsehfreien TV-Landschaft noch idyllisch zu. Wer hätte nicht den Chirurgenhänden von Prof. Dr. Brinkmann, dem Leiter der Schwarzwaldklinik, vertraut? Kein Wunder, denn zu dieser Zeit wurde der TV-Patient noch nicht vom MRI-Scan zur Lumbalpunktion oder gar zur Lungenbiopsie geschickt. Denn im Gegensatz zu seinem deutschen Kollegen kümmerts Dr. House schliesslich kaum, wenn ein halbtot eingelieferter Patient mangels eindeutiger Diagnose «ex geht».

(rre)

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