18.01.2019 05:44

Zweimal flachgelegtWer hat es auf diesen Poller abgesehen?

Ein neuer Poller in Münsingen wurde innert 14 Tagen zweimal umgesäbelt. «Der Pfosten ist gefährlich», meint ein Anwohner. Der Gemeindepräsident widerspricht und glaubt an einen Streich.

von
sul
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Poller des Anstosses: Der Pfosten vor dem Kleidergeschäft Schnyder's Jeans & Tops wurde zweimal innert zwei Wochen zu Fall gebracht.

Poller des Anstosses: Der Pfosten vor dem Kleidergeschäft Schnyder's Jeans & Tops wurde zweimal innert zwei Wochen zu Fall gebracht.

Marcel Schnyder
«Der Poller ist gefährlich», sagt Marcel Schnyder, dessen Frau den Kleiderladen führt, vor dem der Poller postiert ist.

«Der Poller ist gefährlich», sagt Marcel Schnyder, dessen Frau den Kleiderladen führt, vor dem der Poller postiert ist.

Die Poller am Niesenweg seien eine reine Sicherheitsmassnahme, sagt hingegen Gemeindepräsident Beat Moser.

Die Poller am Niesenweg seien eine reine Sicherheitsmassnahme, sagt hingegen Gemeindepräsident Beat Moser.

Google Maps

Zum Schutz der Fussgänger wurde am Münsinger Niesenweg Anfang Dezember ein zusätzlicher Poller aufgestellt. Der blieb allerdings nicht lange unbeschadet: Innert zweier Wochen wurde der Pfosten gleich «zweimal wegrasiert», wie der Münsinger Marcel Schnyder auf Facebook schreibt.

Schnyders Frau ist Inhaberin des Kleidergeschäfts, vor dem der Pfosten postiert ist. «Der Poller ist gefährlich», sagte Marcel Schnyder dem regionalen Nachrichtenportal «Bern-Ost». Der Niesenweg sei eng und Fahrzeuge dürften beim Kreuzen auf das Trottoir ausweichen. «Mit dem Poller wird das aber verunmöglicht.»

Auch in der Kommentarspalte macht sich Unmut über den Pfosten breit. «Alles Schikane und Spinnerei», meint ein User. Ein anderer: «Ich sehe schlicht den Sinn hinter diesem Poller nicht.»

Wichtiger Schulweg

Laut Gemeindepräsident Beat Moser handelt es sich bei den insgesamt fünf Pollern am Niesenweg nicht um eine Schikane, sondern um eine reine Sicherheitsmassnahme. «Der Weg wird von zahlreichen Schülern genutzt», sagt Moser zu 20 Minuten.

2016 sei es zu einem Unfall gekommen, bei dem ein Bub angefahren wurde. Nach der Sanierung der Strasse im selben Jahr habe man daher die Poller aufgestellt. «Jener vom Dezember geht zudem auf einen Antrag des Wohnheims Viva zurück, das einen verbesserten Schutz für seine Bewohner wünschte.»

Es stimme zwar, dass das Trottoir zum Ausweichen benutzt werden dürfe, sagt Moser. Aber: «Die Autofahrer sollen nicht verleitet werden, über die ganze Länge auf dem Trottoir zu fahren. Dafür stehen die die Poller.»

«Für Autos nicht gefährlich»

Moser bestätigt, dass der Poller vor dem Kleidergeschäft zweimal innert kurzer Zeit weggebrochen wurde. «In einem Fall könnte das mutwillig passiert sein», sagt er. Der Gemeindepräsident glaubt an einen Schulbubenstreich, wie sie in der Vergangenheit auch bei anderen Pollern schon vorgekommen seien. «Die Poller haben eine Sollbruchstelle und können deshalb relativ leicht umgeknickt werden.»

Dass besagter Poller besonders umstritten ist, glaubt Moser nicht: «Er steht da niemandem gross im Weg. Und für die Autos ist er aufgrund der Sollbruchstelle auch nicht gefährlich.»

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