Davos ist geschockt: Wer hat ins Weihwasser gepinkelt?
Aktualisiert

Davos ist geschocktWer hat ins Weihwasser gepinkelt?

Zahlreiche Davoser Kirchgänger haben sich mit Urin versetztem Wasser bekreuzigt. Die Kirche
will jetzt Massnahmen ergreifen.

von
Janko Skorup
In dieses Weihwasserbecken wurde uriniert.

In dieses Weihwasserbecken wurde uriniert.

«Herr Pfarrer, mit dem Weihwasser stimmt etwas nicht», meldete sich eine Besucherin der Herz-Jesu-Kirche nach der Valentinsmesse beim Davoser Pfarrer Kurt Susak. Und tatsächlich: Als Susak das Wasser genauer unter die Lupe nahm, bemerkte er, dass jemand ins Wasser uriniert hatte. Zahl­reiche Besucher hätten sich ­zuvor mit dem «verseuchten» Weihwasser bekreuzigt. «Das ist nicht nur unappetitlich, sondern auch gesundheitsgefährdend. Ich bin nicht nur empört, sondern enttäuscht über so eine Untat», so Susak.

Offenbar kam es in den letzten Jahren schon öfter zu ­solchen Urinattacken in der Kirche: «Neben dem Weihwasserbecken ist auch in Blumen oder Blumenwasser uriniert worden», bestätigt Susak. Der Täter habe aber auch in den Weihwasserbehälter uriniert – dieser dient als Reserve­behälter und Besucher können daraus Weihwasser mitnehmen, für zu Hause oder für die Gräber ihrer Verstorbenen. «Als wir diese Unerhörtheit bemerkten, brach-

ten wir ­sofort ein Schloss am Behälter an.»

Es handelt es sich nicht um einen Einzelfall

Auch in einer Kirche in Klosters kam es vor etwa fünf Monaten zu einem Grüsel-Fall. Dort verrichtete jemand sein grosses Geschäft im Beichtstuhl. Zu einer Wiederholung kam es dort aber nicht.

Die Davoser Kirche ergreift jetzt Massnahmen, um dem ­Täter das Handwerk zu legen: «Wir haben konkrete Pläne, um ihn zu fassen.» Eine Video­überwachung will Susak weder bestätigen noch dementieren. Harte Sanktionen habe der Grüsel aber nicht zu erwarten: «Wir wollen mit ihm das Gespräch suchen. Vielleicht weiss er ja nicht, wie viel uns das Weih­wasser bedeutet.»

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