Seferovic gegen Bürki: Wer hats erfunden?
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Seferovic gegen BürkiWer hats erfunden?

Einen Schweizer Nati-Goalie hat Haris Seferovic mit Frankfurt schon aus dem Pokal geschossen. Schafft er es gegen Roman Bürki im BVB-Tor erneut?

von
E. Tedesco
Frankfurt
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Im DFB-Pokal-Halbfinal setzte sich Eintracht Frankfurt gegen Borussia Mönchengladbach durch, Nati-Stürmer Haris Seferovic (l.) triumphierte über Kollege Yann Sommer.

Im DFB-Pokal-Halbfinal setzte sich Eintracht Frankfurt gegen Borussia Mönchengladbach durch, Nati-Stürmer Haris Seferovic (l.) triumphierte über Kollege Yann Sommer.

Weiss
Nun will sich Seferovic mit Frankfurt den Titel holen, bevor er sich möglicherweise nach Portugal verabschiedet.

Nun will sich Seferovic mit Frankfurt den Titel holen, bevor er sich möglicherweise nach Portugal verabschiedet.

A3461/_thomas Frey
Im Endspiel wartet wieder ein Nati-Kollege, dieses Mal Roman Bürki im Tor von Borussia Dortmund.

Im Endspiel wartet wieder ein Nati-Kollege, dieses Mal Roman Bürki im Tor von Borussia Dortmund.

A3216/_peter Kneffel

«Zwei Schweizer gegeneinander: Wer hats erfunden?», fragte der Sky-Reporter im Pokal-Halbfinal zwischen Gladbach und Frankfurt in Anlehnung an einen populären TV-Spot für ein Schweizer Bonbon. Die zwei Schweizer, die gegeneinander antraten, waren Nati-Goalie Yann Sommer im Tor der Gladbacher und Frankfurt-Stürmer Haris Seferovic. Ende April gab es den besseren Ausgang für den Angreifer.

«Yann ist wie eine Wand und du weisst, wenn er gut drauf ist, hält er alle. Da heisst es durchschnaufen und sich im allerletzten Moment für eine Ecke entscheiden», sagt Seferovic. Viel Zeit bleibe nicht, sich Gedanken zu machen. «So Situationen sind aber für beide schwierig.»

Frankfurt will Titel Nummer 5

Der Halbfinal ist Geschichte. Aber schon bald wartet das nächste Schweizer Duell Nati-Stürmer gegen Nati-Goalie auf Seferovic. Der Frankfurt-Profi trifft im Final in Berlin (Samstag ab 20 Uhr) auf Roman Bürki, die Nummer 2 im Tor der Schweizer Nati. Das bedeutet auch: «Adler im Anflug». Die Eintracht bekommt im Pokal-Final die Gelegenheit, seine eigene alte Cup-Tradition aufleben zu lassen. Mit vier Siegen zwischen 1974 und 1988 ist Frankfurt das vierterfolgreichste deutsche Pokal-Team nach den Bayern (18 Siege), Werder Bremen (6 Siege) und Schalke (5 Siege). Letztmals stand Frankfurt 2006 im Final, verlor das Endspiel gegen die Bayern aber 0:1.

Der Tabellendritte der abgelaufenen Meisterschaft ist ein ungleich starker Gegner für die in der Rückrunde kriselnden Hessen. Hoffnung schöpft der 25-jährige Stürmer aus der Liga-Bilanz gegen Dortmund. In der Vorrunde besiegte Frankfurt den BVB Zuhause 2:1. Den Siegtreffer in der 79. Minute erzielte – Seferovic. Das Rückspiel in Dortmund ging 1:3 verloren. «Auch wenn das Resultat deutlich ausfiel, hat uns da auch das nötige Glück gefehlt», so der Luzerner. «Wir müssen in Berlin kämpfen, als ginge es um unser Leben.»

Seferovic und Bürki kennen sich in- und auswendig

Mit Worten gekämpft wurde zuletzt in Dortmund, wo seit Wochen der Haussegen zwischen BVB-Boss Hans-Joachim Watzke und Trainer Thomas Tuchel schief hängt. Die Trennung nach dem Final scheint unausweichlich. Die atmosphärischen Störungen beim Gegner tangieren Frankfurt wenig. «Natürlich kriegt man das über die Medien mit, aber das interessiert uns nicht. Wir haben genug mit uns zu tun und müssen uns auf unser Spiel und unsere Stärken konzentrieren», sagt Seferovic zur Missstimmung beim Gegner.

Die Qualitäten von Seferovic kennt Bürki im Schlaf. Und Seferovic weiss, wie er Bürki kalt erwischen kann. Schliesslich sind sie seit Jahren Teamkollegen in der Nati. «Natürlich kennen wir uns aus der Nati gut und deshalb versucht man, den anderen an seiner Schwachstelle zu erwischen», so Seferovic. Im Spiel sei auch viel Instinkt und Glück dabei. «Du beobachtest, probierst mal etwas und versuchst es einfach immer wieder, auch wenn er dich gut kennt. Aber zu viel darüber zu grübeln, kann auch hemmend sein», so Seferovic.

Schafft er den nächsten Coup gegen einen Schweizer Nati-Goalie? Seferovic: «Der BVB will und muss gewinnen. Wir dürfen.» Er würde sich den Abgang aus der Bundesliga mit dem Pokal vergolden.

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