01.10.2019 16:47

Molise

Wer hier hinzieht, bekommt 27'000 Franken

Wer schon immer nach Italien wollte, aufgepasst: Die Region Molise ist dünn besiedelt, aber äusserst reizvoll.

von
Daniela Gschweng
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Molise ist eine bergige und dünn besiedelte Region in Italien, die gerade mit einer Aktion versucht, neue Bewohner anzulocken.

Molise ist eine bergige und dünn besiedelte Region in Italien, die gerade mit einer Aktion versucht, neue Bewohner anzulocken.

Laz@photo
Molise befindet sich beim Absatz des Stiefels.

Molise befindet sich beim Absatz des Stiefels.

Wikipedia
Um den Bevölkerungsschwund zu bekämpfen, bietet Molise Neuzuzügern bis zu 25'000 Euro – verteilt auf 700 Euro pro Monat für drei Jahre.

Um den Bevölkerungsschwund zu bekämpfen, bietet Molise Neuzuzügern bis zu 25'000 Euro – verteilt auf 700 Euro pro Monat für drei Jahre.

Anzeletti

Die italienische Region Molise leidet unter starkem Bevölkerungsschwund. Wer freiwillig dort hinzieht, bekommt drei Jahre lang monatlich 700 Euro (insgesamt 25'000 Euro, umgerechnet etwas mehr als 27'000 Franken). Allerdings nicht einfach so. Zuwanderer müssen sich verpflichten, mindestens fünf Jahre zu bleiben und sie müssen ein Geschäft eröffnen.

«Das kann alles sein, eine Bäckerei, ein Gemischtwarenladen, ein Restaurant, irgendwas», sagte Donato Toma, der Präsident der Region, der englischen Zeitung «The Guardian». Der Ort, in den die Zuwanderer ihnen Wohnsitz verlegen müssen, darf ausserdem höchstens 2000 Einwohner haben. Was kein grosses Problem darstellt: Von den 136 Orten in der kleinen italienischen Region kommen mindestens 100 in Frage.

Skifahren im Winter, Wandern im Sommer

Die Molise hat allerhand zu bieten. Die Region im Südosten Italiens, gleich über dem Stiefelsporn besteht zur Hälfte aus Gebirge. Es gibt Seen, Wälder, Naturparks und uralte Bergpfade. Im Winter hat es 16 Kilometer Skipisten, schreibt eine Travel-Site, weist auf mehrere interessante historische Stätten hin, die denen in anderen, bekannteren Orten in nichts nachstünden. Dazu lobt sie den molisischen Wein. Die Region hat einen 35 Kilometer langen Küstenstreifen, dessen Strände garantiert nicht überlaufen sind und dazu ein hügeliges Hinterland.

Nur die fotogenen, halb verfallenen Bergdörfer sind ein wenig zu einsam. Molise ist die kleinste Region Italiens. Sie ist so wenig bekannt und so dünn bevölkert, dass in Italien Witze über den Landstrich gemacht werden. Seit 2014 haben 9000 Personen die Molise verlassen, die derzeit etwa 300'000 Einwohner zählt. Darunter vor allem junge Menschen, die im Norden Italiens oder in anderen europäischen Ländern Arbeit suchen.

Nicht nur Geld für Neuankömmlinge

Die Zuzugsprämie ist eine begrenzte Aktion der molisischen Regierung. Bis zum 30. November können Interessierte per E-Mail einen Antrag einreichen. Angesprochen sind Auswanderer, die zurückkehren wollen, aber auch Auswärtige. Nicht ganz zur Zufriedenheit aller.

Die verbliebenen Einwohner mancher Dörfer haben es bereits als ungerecht bezeichnet, dass Neuankömmlinge Geld bekommen, während diejenigen, die seit Jahren im Ort leben, leer ausgehen. Die Regionalregierung plant, auch kleinere Orte mit weniger als 2000 Einwohnern zu unterstützen, und hat dafür einen Teil des Budgets beiseitegelegt.

Nicht die erste italienische Region mit solchen Angeboten

Andere unterbevölkerte Regionen in Italien haben damit experimentiert, Häuser sehr günstig zu verkaufen, teilweise für nur einen Euro, andere öffneten ihre Türen für Flüchtlinge. Viele Günstigangebote locken allerdings Käufer an, die ein Ferienhaus suchen oder das Haus zum Altersruhesitz ausbauen möchten.

Molise möchte eine nachhaltige Entwicklung anstossen. «Es geht nicht nur darum, Leute hierherzubekommen. Menschen brauchen Infrastruktur und einen Grund, zu bleiben», sagt Toma. Er möchte der Region wieder Leben einhauchen.

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