Japan: Wer hilft den Kindern?
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JapanWer hilft den Kindern?

Sie kehren nach der Schule zurück an den Ort, wo ihr Haus stand, oder suchen stundenlang in den Notfallzentren nach ihren Eltern: In Japan macht man sich Sorgen um das psychische Wohlergehen der Kinder.

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Die Szenen, die sich in manchen der vom Tsunami betroffenen Gebieten abspielen, sind herzzerreissend: Kinder, die in den Trümmern wühlen und nach ihren Habseligkeiten suchen. Sie hoffen, an dem Ort, an dem noch vor drei Wochen ihr Elternhaus stand, Bilder der Eltern zu finden, die sie nicht mehr haben. Viele diese Kinder wohnen in Notfallzentren. Tagsüber besuchen sie die Schule, nachmittags klappern sie andere Auffangstellen ab, in der vergeblichen Hoffnung ihre Eltern dort zu finden.

Seit dem 11. März werden die japanischen Kindern mit einer anderen Realität konfrontiert. Obwohl sie manchmal nicht begreifen, wie dramatisch die Lage derzeit ist, sind sie sehr direkt betroffen. Und auch wenn sie oftmals ihre Gefühle zum Ausdruck bringen, bleibt im Hintergrund die Erinnerung an die traumatischen Erlebnisse und der Kummer staut sich an.

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Was ist zu tun?

Die Japanische Gesellschaft für klinische Psychologie und das National Center of Neurology and Psychiatry (NCNP) haben Richtlinien erstellt und auf ihren Webseiten veröffentlicht, wie man mit Kindern umgeht, die eine «gewaltige Katastrophe» erlebt haben. Dabei raten sie, die Kleinen genau zu beobachten. Es sei normal, dass «Kinder, nach solchen schlimmen Unglücken unter Schlaflosigkeit oder Alpträumen leiden, bei lauten Geräuschen aufschrecken, sich sehr kindisch verhalten oder die Aktivitäten, die sie vor dem Unglück führten, nicht weiter führen wollen.»

In den Richtlinien wird den Betreuen empfohlen, die Kinder nicht alleine schlafen lassen. Auch sollte man ihnen zuhören, statt «die Dinge unausgesprochen zu lassen». «Wenn Kinder immer und immer wieder über die schrecklichen Ereignissen reden, sollten Sie geduldig zuhören», heisst es. Wörter wie «sterben» oder «Tod» sollte man vor den Kindern nicht verwenden.

Einige Kinder fühlen sich schuldig, weil sie überlebt haben anstelle ihrer Eltern. Speziell in diesen Fällen raten die Organisationen zur Aussprache. «Sie sollten sie überzeugen, darüber zu reden und ihren Gefühle freien Lauf zu lassen. Sie sollen weinen können.»

Alle sollten helfen

In Japan leben nach inoffiziellen Schätzungen noch rund 500 000 Menschen in Evakuationszentren. Für Kleinkinder ist das auf die Dauer eine besonders anstrengende Zeit. Wenn der Aufenthalt in einem Notfalllager «länger als einen Monat dauert», können bei den Kindern «plötzliche Depressionen» vorkommen. In kritischen Fällen «sollten die Kinder professionell behandelt werden.»

Das NCNP sieht eine Gefahr auch bei Kindern, die nicht direkt vom Erdbeben oder dem Tsunami betroffen sind. Weil sie die Bilder ständig im Fernsehen oder auf den Titelblättern der Zeitungen sehen, kommt es vor, dass sie «plötzlich während dem Unterricht anfangen zu weinen.» In diesem Fall sollten die Eltern sofort reagieren. Weiter fordert die NCNP die «ganze Nation auf, sich um das psychische Wohlergehen der Kinder zu kümmern.»

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