Relativitätstheorie: Wer hoch hinaus will, wird schneller alt
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RelativitätstheorieWer hoch hinaus will, wird schneller alt

Einstein hatte - wie so oft - recht: Je höher der Ort, an dem man lebt, gelegen ist, desto schneller altert man. Das konnten jetzt auch US-Forscher belegen.

von
rre
Seine Theorie bestand die Praxis: Albert Einstein. (Bild: Keystone)

Seine Theorie bestand die Praxis: Albert Einstein. (Bild: Keystone)

Wissenschaftlern des National Institute of Standards and Technology (NIST) in den USA ist es gelungen, Albert Einsteins Relativitätstheorie zu untermauern. Die allgemeine Relativitätstheorie, die der begnadetete Physiker im Jahr 1916 veröffentlichte, führte die Gravitation (Erdanziehungskraft) auf eine Krümmung - verursacht durch beteiligte Massen - von Raum und Zeit zurück. Einsteins Theorie nach vergeht die Zeit auf einem Berg also schneller als im Tal.

Die US-Wissenschaftler nutzten für ihren Versuch zwei Exemplare der präzisesten Uhren der Welt: Atomuhren. Sie befestigten die Zeitmesser mit unterschiedlicher Höhendifferenz zueinander - das Erstaunliche: Bereits ein Höhenunterschied von wenigen Zentimetern liess die Zeit auf der höher positionierten Uhr schneller vergehen - das natürlich nur für einen winzigen Bruchteil einer Sekunde.

Hierzu ein Vergleich: wer sich im ersten Stockwerk eines Hauses aufhält, verliert rund 90 Milliardstel einer Sekunde, wenn er 79 Jahre lang lebt. Die gleiche Person würde im 102. Stock des Empire State Buildings - oh graus - 104 Millionstel ihrer Lebenszeit einbüssen. Ob dies einer im obersten Stockwerk des erwähnten Wolkenkratzers befindlichen Anti-Aging-Praxis zu einer Vergrösserung des Kundenstamms verhilft, muss leider bezweifelt werden. James Chin-Wen Chou, einer der an der Studie beteiligten Forscher, sieht das ähnlich: «Menschen können diesen Zeitunterschied nicht wahrnehmen - dazu ist er viel zu gering. Wir versprechen uns von unseren Forschungen vielmehr Erkenntnisse, die in der Geophysik oder ähnlichen Bereichen Anwendung finden könnten», kommentierte der Wissenschaftler die Studienresultate, die im Wissenschaftsmagazin «Science» publiziert wurden.

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