Innere Uhr: Wer in der Nacht arbeitet, nimmt zu

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Innere UhrWer in der Nacht arbeitet, nimmt zu

Schichtarbeit kann zu Übergewicht und Diabetes führen. Das ist schon länger bekannt. Nun haben Forscher herausgefunden, dass dafür ein aus den Fugen geratener Insulinhaushalt verantwortlich ist.

Wer mit Nachtarbeit seinen Tagesrythmus durcheinander bringt, gefährdet sein Wohlbefinden. (Bild: Colourbox)

Wer mit Nachtarbeit seinen Tagesrythmus durcheinander bringt, gefährdet sein Wohlbefinden. (Bild: Colourbox)

US-Wissenschaftler haben einen möglichen Grund dafür entdeckt, weshalb Menschen, die nachts arbeiten oder zu wenig schlafen, anfälliger für Übergewicht und Diabetes sind: Die unnatürlichen Zeiten bringen die innere Uhr durcheinander - und den Insulinhaushalt.

Wie die Forscher an Mäusen zeigten, ändert sich im Tagesverlauf die Wirkung des Hormons Insulin, das den Blutzuckerspiegel reguliert. Wird diese von der inneren Uhr gesteuerte Tagesrhythmik gestört, entwickeln die Nager eine Insulinresistenz und werden anfällig für Übergewicht, berichten sie im Fachblatt «Current Biology».

Die Berücksichtigung der biologischen Uhr könne auch eine Möglichkeit sein, beim Menschen Stoffwechselstörungen und Übergewicht zu behandeln.

In früheren Untersuchungen haben Forscher beim Menschen bereits nachgewiesen, dass Störungen des Schlafrhythmus, etwa durch Nachtarbeit oder Jetlag, das Körpergewicht und den Stoffwechsel beeinflussen. Es zeigte sich auch, dass bestimmte Varianten sogenannter Uhrgene, die die innere Uhr steuern, mit Übergewicht, Diabetes und Bluthochdruck in Verbindung stehen.

Inwieweit sich die Wirkung des Hormons Insulin rhythmisch verändert, sei aber noch nicht gut untersucht gewesen, schreiben die Forscher um Shu-qun Shi von der Vanderbilt University in Nashville.

Schwankender Insulinspiegel

Sie fanden nun in ihrer Studie, dass nachtaktive Mäuse am Tag - also während ihrer natürlichen Ruhephase - am stärksten insulinresistent sind. Infolgedessen ist auch ihr Blutzuckerspiegel in dieser Zeit am höchsten, weil weniger Zucker aus dem Blut transportiert wird.

In der Nacht, wenn die Mäuse und ihr Stoffwechsel aktiv werden, steigt die Insulinwirkung, der Blutzuckerspiegel sinkt. Genetisch veränderte Mäuse, deren innere Uhr gestört ist, bleiben Tag und Nacht in dieser Phase der Insulinresistenz, berichten die Wissenschaftler weiter.

Auch bei Mäusen, die konstant Licht ausgesetzt sind, gehe der biologische Rhythmus verloren und damit auch die Schwankungen der Insulinwirkung. Bekamen sie eine fettreiche Diät verabreicht, lagerten diese Tiere mehr Fett ein.

Diäten mit angepassten Essenszeiten

Diäten, bei denen der Zeitpunkt der Mahlzeit reguliert werde, würden die Übergewichts-Epidemie sicher nicht umkehren, aber sie könnten möglicherweise bei ihrer Bekämpfung helfen, sagte Carl Johnson, einer der beteiligten Forscher. (sda)

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