Wohnfläche: Wer in der Schweiz am meisten Platz zu Hause hat

Aktualisiert

WohnflächeWer in der Schweiz am meisten Platz zu Hause hat

Menschen aus Kosovo brauchen in der Schweiz pro Kopf am wenigsten Wohnfläche. Schweizer beanspruchen im Schnitt mehr als doppelt so viel Platz.

von
R. Knecht
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Menschen mit unterschiedlicher Herkunft belegen in der Schweiz auch unterschiedliche viel Wohnfläche.

Menschen mit unterschiedlicher Herkunft belegen in der Schweiz auch unterschiedliche viel Wohnfläche.

Keystone/Georgios Kefalas
Bei den Schweizern ist die durchschnittliche Wohnfläche eher gross.

Bei den Schweizern ist die durchschnittliche Wohnfläche eher gross.

Keystone/Martin Ruetschi
Schweizer haben tendenziell mehr Platz pro Kopf als in der Schweiz wohnhafte Kosovaren.

Schweizer haben tendenziell mehr Platz pro Kopf als in der Schweiz wohnhafte Kosovaren.

Keystone/Martial Trezzini

2016 wohnten rund 8,4 Millionen Menschen in der Schweiz. Je nach Herkunft variierte jedoch die Wohnfläche stark, wie die Herbstausgabe des Immo-Monitorings von Wüest Partner zeigt.

Von den 20 zahlenmässig bedeutendsten Nationalitäten belegen Menschen aus Kosovo in der Schweiz die geringste Wohnfläche pro Kopf. Eine Person mit dieser Herkunft brauchte 2015 im Schnitt 22,3 Quadratmeter. Bei den Schweizern waren es 48,4 Quadratmeter – mehr als doppelt so viel, wie aus der Immo-Studie hervorgeht.

Niederländer belegen den meisten Platz

Personen aus den Niederlanden verbrauchen in der Schweiz pro Kopf die grösste Wohnfläche. 2015 belegte ein hier wohnhafter Niederländer im Schnitt knapp 51 Quadratmeter. Briten und Schweizer runden die Top 3 ab.

Ein entscheidender Faktor für die Grösse der Wohnfläche sei die Haushaltsgrösse, so die Studienautoren. Bei den Menschen aus Kosovo, Mazedonien und Sri Lanka besteht der Haushalt im Schnitt aus mehr als drei Personen. «Das hängt damit zusammen, dass die klassische Form der Familie in der Kultur dieser Gruppen noch stärker verankert ist als etwa bei Schweizern und anderen Zentraleuropäern», erklärt Robert Weinert, Leiter Immo-Monitoring bei Wüest Partner.

Zusammenleben heisst teilen

Bei grossen Wohngemeinschaften sei die Wohnfläche pro Kopf tendenziell kleiner. «Zusammenlebende Menschen teilen sich den vorhandenen Platz zu einem hohen Grad», so Weinert. Will heissen: Auch wenn die Wohnung grösser ist, wenn man zusammenzieht, nimmt die Fläche pro Kopf ab.

Entsprechend ist der Flächenverbrauch bei Menschen im Zivilstand «ledig» verhältnismässig hoch, wie es im Dokument heisst. Bei den fünf Nationalitäten mit den durchschnittlich grössten Wohnflächen gehöre mehr als ein Drittel zu dieser Personengruppe. Das verbildliche einen Gesellschaftstrend, dem zufolge immer mehr Personen allein leben, heisst es weiter. Tatsächlich gebe es diese Entwicklung bereits seit etwa 20 Jahren, sagt Kathrin Strunk vom Hauseigentümerverband Schweiz zu 20 Minuten.

Im Schnitt 10'000 Franken Bruttolohn

Neben der Haushaltsgrösse hat auch der Bruttolohn einen grossen Einfluss auf den Flächenverbrauch. In US-amerikanischen, britischen und niederländischen Haushalten in der Schweiz seien die Einkommen besonders hoch. Der durchschnittliche Bruttolohn liegt in Haushalten dieser drei Nationalitäten bei rund 10'000 Franken.

Die hohen Bruttolöhne begründet Wüest Partner mit der beruflichen Qualifikation dieser Personen. Bei Niederländern, Briten, Deutschen, US-Amerikanern und Franzosen liege der Anteil der hochqualifizierten Arbeitnehmer und Vorgesetzten bei über 30 Prozent. Bei der gesamten Bevölkerung sind es 11,2 Prozent.

Herausgeber Wüest Partner beruft sich in der Herbstausgabe des Immo-Monitorings insbesondere auf Zahlen des Bundesamts für Statistik.

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