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Wer ist Chef beim deutschen Team?

Segeln? Das interessiert im Umfeld des deutschen Herausforderers kaum. Das Team ist mit internen Machtkämpfen beschäftigt.

Der Maestrale, wie ihn die Bewohner von Trapani nennen, bläst seit Tagen mit bis zu 25 Knoten übers Meer. Doch die Turbulenzen, in denen das deutsche Syndikat schlingert, sind hausgemacht: Am Freitag wurde Uwe Sasse als Chef des Syndikats entlassen, am Samstag hat er dagegen eine gerichtliche Verfügung am Münchner Landgericht erwirkt.

«Hier wurde ein Putschversuch in letzter Minute gerichtlich gestoppt», heisst es in einer Mitteilung des Sasse-Anwaltes Alexander von Bergwelt. Sasse sei damit weiter Chef der Kampagne.

Ein Blick auf die Internet-Seite des deutschen America's-Cup-Herausforderers (Screenshot unten) zeigt ein anderes Bild: Sasse existiert gar nicht mehr und als Chef des Syndikats wird Michael Scheeren bestätigt.

Das ist nicht die erste «Unruhe», die das deutsche Team vom Kurs abbringt. Während der Rennen vor einigen Wochen in Malmö wurde bereits der damalige Sportchef Andreas John von seinem Posten entbunden.

Der Komödienstadel hat wohl auch dem Team sportlich geschadet. Bei den Acts in Trapani musste sich die Mannschaft um den dänischen Skipper Jesper Bank dem südafrikanische Team Shosholoza mit dem Hamburger Boat Captain Tim Kröger um zwanzig Sekunden geschlagen geben und bezog danach im fünften Rennen die vierte Niederlage – und heute Nachmittag geht's gegen Alinghi...

Dieter Liechti

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