Prix Courage 2015: Wer ist der Mutigste im ganzen Land?
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Prix Courage 2015Wer ist der Mutigste im ganzen Land?

Die Nominierten für den Prix Courage 2015 sind bekannt. Ihre Heldentaten reichen von der Rettung eines Betrunkenen vom Gleis bis zur Aufdeckung eines Fleischskandals.

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qll
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Der Prix Courage steht für ausserordentliche, mutige Taten und wird seit 1997 verliehen.

Der Prix Courage steht für ausserordentliche, mutige Taten und wird seit 1997 verliehen.

Petra und Bruno Zürcher aus Buchs ZH sprachen öffentlich über den Suizid ihrer Tochter Mirjam.

Petra und Bruno Zürcher aus Buchs ZH sprachen öffentlich über den Suizid ihrer Tochter Mirjam.

Christian Schnur
Senat Iseni aus Dietikon ZH zog in letzter Sekunde einen betrunkenen Passanten von den Gleisen.

Senat Iseni aus Dietikon ZH zog in letzter Sekunde einen betrunkenen Passanten von den Gleisen.

Christian Schnur

Der Prix Courage belohnt ausserordentliche, mutige Taten und wird seit 1997 vom «Beobachter» verliehen. Jedes Jahr werden verschiedene Personen oder Organisationen nominiert, die ihr Handeln einem höheren Ziel unterordnen als dem eigenen Vorwärtskommen. «Die Schweiz braucht Leute, die handeln, wo Zuwarten andere gefährdet, die laut werden, wo Schweigen Unrecht verdeckt, die ehrlich sind, wo Lügen leichter fiele», sagt Andres Büchi, Chefredaktor des «Beobachters».

Prämiert werden Projekte und Taten, aber auch das langfristige Engagement oder das Lebenswerk einer Person in oder aus der Schweiz. Gemäss der Medienmitteilung sind die Nominierten für dieses Jahr folgende Personen:

Petra und Bruno Zürcher aus Buchs ZH: Sprechen über Suizid

Als ihre Tochter Suizid beging, sprach das Paar öffentlich darüber. Die beiden berichteten sowohl im «Tages-Anzeiger» als auch im «Bund» über ihren steinigen Weg zurück ins Leben, wo Gefühle wie Verzweiflung, Schuldgefühle und Wut sie begleiteten. Durch ihren offenen Umgang mit dem Thema Kindsverlust haben sie zahlreichen Eltern in ähnlichen Situationen Mut gemacht.

Senat Iseni aus Dietikon ZH: Betrunkenen vom Gleis gerettet

Ein betrunkener Passant fällt im Bahnhof Stadelhofen auf die Gleise. Iseni zieht ihn in letzter Sekunde, bevor der einfahrende Zug den Mann überfahren hätte, von den Gleisen. Mit dieser geistesgegenwärtigen Tat rettete Iseni ohne Zögern das Leben eines Fremden.

Alexander Marx aus Vulpera GR: Fleischskandal aufgedeckt

Marx deckte letztes Jahr den Fleischskandal um den Bündner Fleischhändler Carna Grischa auf, obwohl ihn sein ehemaliger Arbeitgeber deswegen unter Druck setzte. Durch Marx konnten die Geschäftspraktiken von Carna Grischa, bei denen man Poulet aus Ungarn für Schweizer Güggeli ausgab und Pferdefleisch als Rindfleisch verkaufte, enthüllt werden.

Mussie Zerai aus Erlinsbach SO: Flüchtlinge gerettet

Er ist sowohl für den Prix Courage als auch für den Friedensnobelpreis nominiert. Zerai rettet Flüchtlingen das Leben, indem er die Koordinaten der im Mittelmeer in Seenot geratenen Boote an die italienische oder maltesische Küstenwache weiterleitet. Der 40-Jährige ist katholischer Priester und humanitärer Aktivist und gebürtiger Eritreer. Er betreut im Auftrag des Vatikans seit vier Jahren auch die gläubigen Eritreer und Äthiopier in der Schweiz.

Erna Niedermann aus Flawil SG: Frauen aus Fluss gezogen

Die 70-Jährige rettete zwei Frauen aus der reissenden Thur. Obschon sie sich als eher schlechte Schwimmerin bezeichnet, stürzte sich die Rentnerin samt Schuhen und Tasche in den Fluss. Die beiden Frauen haben den Zwischenfall dank Niedermanns beherztem Eingreifen unbeschadet überlebt.

Bianca Koller aus Dietschwil SG: Hilfe in Krisengebieten

Für das Schweizerische Rote Kreuz reiste Koller gleich zweimal in einem Jahr in Krisengebiete. Trotz Ansteckungsgefahr und Nachbeben leistete sie vor Ort Nothilfe. In ihrem ersten Einsatz reiste die junge Pflegefachfrau nach Sierra Leone und kümmerte sich um Ebola-Kranke. Kurz darauf flog sie nach Nepal, das von schlimmen Erdbeben verwüstet worden war.

15'000 Franken Preisgeld

Wer den Prix Courage gewinnt, bestimmen sowohl das Publikum via Telefon- und SMS-Voting als auch die Jury unter der Leitung von SP-Politikerin Pascale Bruderer. Der Prix Courage ist mit 15'000 Franken dotiert. Er wird am 30. Oktober verliehen.

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